Amerikanischer Vorwahlkampf: 

netzeitung.deFür Obama ist Schluss mit christlich

 Herausgeber: netzeitung.de

Ärger mit seinem ehemaligen Mentor hatte der demokratische Bewerber immer wieder. Erst in der vergangenen Woche hatte sich Pastor Wright über Clinton als Weiße lustig gemacht. Jetzt hat Obama die Beziehung endgültig beendet.

Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten in den USA, Barack Obama, und seine Frau Michelle sind aus ihrer umstrittenen Kirche ausgetreten. Beide hätten die Entscheidung nicht leichten Herzens getroffen, die protestantische Trinity Church in Chicago nach 20 Jahren zu verlassen, sagte Obama am Samstag nach einem Bericht des Fernsehsenders CNN. Er wolle aber nicht ständig für alles «zur Rechenschaft gezogen werden, was in der Kirche gesagt wird».

Die überwiegend afro-amerikanische Trinity-Kirche, die mehrere tausend Mitglieder hat, steht schon seit Wochen in Kritik. Im März waren mehrere Jahre alte Predigten bekannt geworden, in denen der frühere Pastor Jeremiah Wright der US-Regierung «Rassismus» vorwarf. In einer Predigt rechtfertigte Wright seinen Kritikern zufolge die Terroranschläge gegen die USA am 11. September 2001: Das, was die USA «in Übersee» getan hätten, treffe sie nun selber, sagte Wright.

Barack Obama hat sich bereits mehrmals von Wright distanziert. In der vergangenen Woche hatte ein Gastprediger nach den Berichten amerikanischer Fernsehsender Obamas politische Rivalin Hillary Clinton von der Kanzel herab verspottet, weil sie als Weiße meine, ein Anrecht auf die Präsidentschaft zu haben. Das war offenbar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Obama hat sich nach eigenen Angaben in der Trinity Kirche zu Jesus Christus bekehrt. Michelle und er haben dort geheiratet, und ihre beiden Mädchen wurden in der Kirche getauft. (epd)