27.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Viele US-Soldaten (hier in Bagdad) leiden nach dem Irak-Einsatz an Depressionen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zahlreiche Truppenangehörige haben mit Depressionen, Ängsten und Stress zu kämpfen. Das ist das Ergebnis einer Studie. Häufig verzichten viele Betroffene trotzdem auf ärztliche Behandlung.
Rund 40.000 US-Soldaten werden nach Angaben des Verteidigungsministeriums wegen posttraumatischem Stress als Folge ihres Einsatzes in den Kriegen im Irak und in Afghanistan behandelt. Die Zahl der diagnostizierten Fälle stieg im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Pentagon am Dienstag mitteilte. Zahlreiche weitere Truppenangehörige versuchen demnach vermutlich ihre Probleme zu verheimlichen.
Die Zahlen des Pentagon - die ersten, die das Ministerium dazu veröffentlicht - liegen weit unter denen einer unabhängigen Studie. Demnach leiden rund 300.000 Truppenangehörige unter Depressionen oder PTSD.
Washington hatte bislang nur Prozentzahlen genannt und mitgeteilt, bis zu 20 Prozent der Soldaten hätten vermutlich mit Depressionen, Ängsten und Stress zu kämpfen. Im vergangenen Jahr meldeten die Streitkräfte den Angaben zufolge mehr als 10.000 neue Fälle, 2006 waren es mehr als 6800. Offiziellen Schätzungen zufolge begeben sich etwa die Hälfte der Betroffenen aus Scham oder Angst um ihre Karriere nicht in ärztliche Behandlung. (AP)