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US-Vorwahlen: 

Gefährliche Konkurrenz für John McCain

14. Mai 2008 13:24
Der konservative US-Politiker Bob Barr will US-Präsident werden
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Der konservative US-Abgeordnete Barr mischt im Rennen um das Weiße Haus mit. Reelle Chancen hat er nicht, aber dem Republikaner McCain könnte er wertvolle Stimmen wegschnappen.

Der frühere republikanische Kongressabgeordnete Bob Barr will zum Ärger seiner ehemaligen Parteigenossen Präsident der Vereinigten Staaten werden. Die Republikaner fürchten, dass der 60-Jährige die Chancen ihres als sicher geltenden Präsidentschaftskandidaten John McCain im Kampf gegen den demokratischen Rivalen gefährdet.

Der erfahrene Politiker Barr, der erst vor zwei Jahren ins Lager der liberal-konservativen Libertarian Party wechselte, hatte am Montag verkündet, dass er sich von seiner Partei als Präsidentschaftskandidat aufstellen lassen will. Auf dem Parteitag vom 22. bis 26. Mai wird entschieden, wer gegen McCain und den demokratischen Kandidaten antritt.

Barr, der von 1995 bis 2003 als republikanischer Abgeordneter für Georgia im Kongress saß, bestätigte, dass seine früheren Parteikollegen versucht hätten, ihn von einer Kandidatur abzuhalten. «Die Gefahr, dass er McCain wertvolle Stimmen wegnimmt, ist sehr groß», sagte der Republikaner Mike Turk dem Online-Magazin «Wired News». Turk arbeitete 2004 als Internet-Berater für das Wahlkampfteam des heutigen Präsidenten George W. Bush. Barr könne der Ross Perot des Jahres 2008 sein, warnte Turk. Ross zog 1992 bei der Präsidentschaftswahl als parteiloser Kandidat über 18 Prozent der Stimmen an sich, 1996 trat er als Kandidat der von ihm gegründeten Reform-Partei an und erzielte immerhin noch 8,4 Prozent.

Republikanischer Präsidentschaftsbewewerber John McCain
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Die Libertarian Party zählt mit etwa 200.000 registrierten Wählern zwar zu den größeren Parteien in den USA, allerdings hat sie so gut wie keine Chancen, jemals einen Präsidenten zu stellen. Mit ihrem letzten Bewerber Michael Badnarik, einem Radiomoderator und Software-Ingenieur, hatten die Partei bei der Präsidentschaftswahl vor vier Jahren ganze 400.000 Stimmen erhalten.

Dennoch kann die Partei den Wahlausgang erheblich beeinflussen, vor allem wenn die Entscheidung in einem zwischen Demokraten und Republikaner hart umkämpften Bundesstaat sehr knapp wird. So fühlen sich auch manche Republikaner bereits an den Umweltaktivisten Ralph Nader erinnert. Nader hatte bei der Präsidentschaftswahl vor acht Jahren in Florida dem damaligen Vize-Präsidenten Al Gore entscheidende Stimmen gekostet und schließlich George W. Bush ins Weiße Haus verholfen.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Barr in den 90er Jahren bekannt. Er war einer der ersten, der den damaligen Präsidenten Bill Clinton mit Hilfe eines Amtsenthebungsverfahren aus dem Weißen Haus jagen wollte. Obwohl er der Libertarian Party angehört, positioniert sich Barr rechts von McCain - ganz seinem Ruf folgend, einer der konservativsten Abgeordneten im US-Parlament gewesen zu sein: Er lehnt Abtreibungen, Homo-Ehen und Marihuana in medizinischen Behandlungen ab. Er kritisierte allerdings auch die Eingriffe in die Bürgerrechte durch die Bush-Regierung im Zuge der Terror-Bekämpfung. Zudem will er die US-Soldaten aus dem Irak nach Hause holen und das Netz weltweiter Militärstützpunkte abbauen.

Barr gibt sich trotz aller Bedenken an seiner Kandidatur siegessicher: «Es gibt genügend Wähler, die mir ihre Stimme geben würden», sagte er in einem Interview mit «Newsweek». Barr setzt vor allem auf die Anhänger des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Ron Paul. Dieser hat den Kampf zwar noch nicht aufgegeben, beim Nominierungsparteitag der Republikaner aber keinerlei Chancen gegenüber dem 71-jährigen Senator McCain.
 
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