13. Mai 2008 07:42
Der venezuelanische Präsident Chávez gerät aufgrund seines verbalen Angriffs auf Bundeskanzlerin Merkel immer stärker in die Kritik. EU-Komissionspräsident Barroso sieht durch solche Attacken die Beziehungen zwischen Europa und Lateinamerika belastet.
Chavez hatte Merkel unmittelbar vor ihrer einwöchigen Lateinamerika-Reise scharf attackiert und sie in die Nähe von Hitler gerückt. Merkels CDU gehöre zu «derselben Rechten, die Hitler und den Faschismus unterstützt hat», sagte Chavez am Sonntagabend im venezolanischen Fernsehen. Die Kanzlerin hatte ihm zuvor das Recht abgesprochen, die Interessen anderer Staaten Südamerikas zu vertreten.
«Gute Beziehungen zu Europa auf der Grundlage gemeinsamer Werte liegen im Interesse ganz Lateinamerikas», betonte Barroso nach einem Treffen mit Mexikos Präsidenten Felipe Calderón. Zugleich nahm er Merkel in Schutz. «Kanzlerin Merkel ist eine große Europäerin, eine große Deutsche und eine große Demokratin.» Sie sei in der DDR aufgewachsen, «als es dort keine wirkliche Demokratie gab, und deshalb weiß sie die Bedeutung von Demokratie und Freiheit zu schätzen. Das sind für uns unveräußerliche Werte», sagte der Kommissionspräsident. Barroso nimmt am Freitag und Samstag gemeinsam mit Merkel und voraussichtlich auch mit Chávez am V. EU- Lateinamerikagipfel in der peruanischen Hauptstadt Lima teil.
Auch Calderon verurteilte die Worte von Chávez. «Diese Art von Äußerungen tragen weder zum gegenseitigen Verständnis noch zur Lösung von Problemen bei», sagte er. Er hoffe, dass der Gipfel in Lima von «Besonnenheit, gegenseitigem Respekt und einem seriösen Dialog» geprägt werde. (dpa, AP)