Krisentreffen nach dem Zyklon: EU-Außenminister beraten über Hilfe für Birma13. Mai 2008 07:31  |  Die Lage der Menschen in Birma ist verzweifelt | Foto: dpa |
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Die humanitäre Hilfe in Birma ist angesichts der Größe der Katastrophe noch immer unzureichend. Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul fordert China und Russland auf, die Militärjunta über den UN-Sicherheitsrat unter Druck zu setzen.
Wegen der völlig unzureichenden Hilfe für die Zyklonopfer in Birma kommen am Dienstag in Brüssel die europäischen Entwicklungshilfeminister zu einer Krisensitzung zusammen. Die EU will ihre Hilfe aufstocken und verhindern, dass Überlebende an Hunger, verseuchtem Wasser und Krankheiten sterben. Die Militärregierung Birmas behindert das Einfliegen ausreichender Nahrungsmittel, Zelte und Medikamente seit mehr als einer Woche.
Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul forderte Russland und China auf, Anstrengungen im UN-Sicherheitsrat zu unterstützen, mit denen mehr Druck auf Birma ausgeübt werden soll. Der Sicherheitsrat müsse die Junta auffordern, endlich Hilfsorganisationen ins Land zu lassen, sagte die SPD-Politikerin der «Passauer Neuen Presse». Die Staatengemeinschaft habe die Verantwortung, Menschen in Notsituationen zur Seite zu stehen, wenn ihre Regierung die Bevölkerung bewusst nicht schütze.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lehnte es allerdings zunächst ab, den Weltsicherheitsrat einzuschalten. Gleichwohl machte Ban seine Verärgerung über die mangelnde Kooperation der Militärjunta in Birma deutlich. «Ich möchte meine tiefe Sorge und gewaltige Frustration über die inakzeptabel langsame Antwort auf diese schwerwiegende humanitäre Krise zum Ausdruck bringen», erklärte er in New York.
Nach Angaben von Ban sind weniger als ein Drittel der mehr als 1,5 Millionen Überlebenden des verheerenden Zyklons versorgt worden. Und selbst die rund 270.000 Opfer, die man habe versorgen können, hätten nur das Allernötigste bekommen. Hilfsorganisationen warnen vor großer Seuchengefahr. Die Regierung in Birma gibt die Zahl der Toten inzwischen mit knapp 32.000 an. Mehr als 30.000 Menschen gelten als vermisst. Die Vereinten Nationen gehen von bis zu 100.000 Toten aus. Zyklon «Nargis» verwüstete das Küstengebiet Birmas am 3. Mai. (dpa)
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