12. Mai 2008 19:27
Viele der zehn Millionen Einwohner von Chengdu trauen sich nicht zurück ins Haus. Stromversorgung und Telefonnetze sind weitgehend zusammengebrochen, doch Studenten und Reporter schildern den Erdstoß und seine Folgen.
In den zahlreichen kleinen Städten der Hügelregion nordwestlich der Millionenstadt Chengdu brach die Katastrophe während der Arbeitszeit über die Menschen herein. Die Naturkräfte waren so gewaltig, dass allein im Bezirk Beichuan vier Fünftel der Häuser einstürzten. Schnell stiegen die von den Behörden gemeldeten Zahlen der Todesopfer. Am Abend werden mehr als 8.500 Tote gezählt, aber zu diesem Zeitpunkt gibt es noch kaum Informationen aus zwei Bezirken, die ebenfalls im Erdbebengebiet liegen.Die zehn Millionen Einwohner zählende Stadt Chengdu verbringt den Abend im Dunkeln, die Stromversorgung ist zusammengebrochen. Der israelische Student Ronen Medzini schickt eine kurze Nachricht aus Chengdu: «Staus, kein fließendes Wasser, Stromausfälle, jeder sitzt auf der Straße, Patienten wurden aus den Krankenhäusern evakuiert, sitzen draußen und warten.» Telefonisch nach Chengdu durchzukommen, ist zunächst kaum möglich. Die zeitgleichen Anrufe von mehreren hunderttausend Bewohnern überlasten das Netz.