11. Mai 2008 16:06
Kurz vor Eintreten des vereinbarten Waffenstillstandes in Bagdad hat die US-Luftwaffe Angriffe auf Ziele in Sadr-City geflogen. In Norden wurden bei einem Einsatz gegen mutmaßliche Terroristen vier Menschen getötet.
Noch wenige Stunden vor Beginn der Feuerpause griffen nach Augenzeugenberichten US-Kampfflugzeuge Ziele in Sadr-City an. Am Morgen wurden dann die Kampfhandlungen eingestellt, wie die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete. Unterdessen wurden bei einem Militäreinsatz gegen mutmaßliche Al-Qaeda-Terroristen im Norden des Iraks vier Menschen getötet, darunter eine Frau und ein Kind. Das 14 Punkte umfassende Abkommen zur Waffenruhe sieht nach Angaben der irakischen Regierung neben der Einstellung der Kämpfe in Sadr-City auch vor, dass Regierungstruppen in dem Gebiet nach versteckten schweren Waffen suchen können. Außerdem sollten Scharfschützen der sogenannten Mahdi-Armee Al-Sadrs abgezogen und Sprengsätze entfernt werden. Auch dürften die Milizionäre öffentlich keine Waffen mehr tragen. Seit Ende März waren irakische und amerikanische Truppen gegen die schiitischen Milizen in Bagdad vorgegangen. Mehr als 1000 Menschen, darunter viele Zivilisten, sollen dabei ums Leben gekommen sein.
Wie ein Sprecher des US-Militärs am Sonntag mitteilte, eröffneten Soldaten am Samstag im nordirakischen Mossul das Feuer auf ein Fahrzeug mit Terror-Verdächtigen. Der Fahrer habe trotz Aufforderung nicht gestoppt und auch nicht auf Warnschüsse reagiert. Neben zwei bewaffneten Kämpfern hätten sich auch eine Frau und ein Kind in dem Wagen befunden. Alle vier kamen ums Leben.
Mit Unterstützung von amerikanischen Bodentruppen und Hubschraubern haben irakische Soldaten am Samstag eine Offensive gegen Al-Qaeda-Terroristen und deren Verbündete in der nördlichen Provinz Ninive begonnen. An der Aktion mit dem Codenamen «Löwengebrüll» beteiligen sich nach Angaben eines Sprechers der Sicherheitskräfte auch Tausende von Kämpfern sunnitischer Stämme aus der Region um die Stadt Mossul. (dpa)