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Nach dem Zyklon : 

Thailand und Deutschland appellieren an Birma

11. Mai 2008 13:41
Soldaten mit Hilfsgütern
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Außenminister Steinmeier und sein thailändischer Amtskollegen haben die Regierung in Birma aufgefordert, unverzüglich internationale Helfer ins Land zu lassen. Trotz der Einschränkungen dringen Hilfsorganisationen zu den Überlebenden vor.

Deutschland und Thailand haben gemeinsam an die Regierung in Birma appelliert, Helfern die Einreise in die von einem Wirbelsturm verwüstete Krisenregion zu genehmigen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein thailändischer Amtskollege Noppadon Pattama betonten in einem Telefonat am Sonntag, dass «angesichts des Ausmaßes der Katastrophe internationale Hilfe dringlich ist und keinen Aufschub mehr duldet». Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit.

Deutschland und Thailand fordern, den internationalen Helfern uneingeschränkten Zugang zu den Notstandsgebieten zu gewähren. Beide Außenminister vereinbarten, dass deutsche und thailändische Experten eng zusammenarbeiten. So soll erreicht werden, dass die Helfer rasch nach Birma gelangen, sobald die Militärführung des Landes die Grenzen öffnet.

Unterdessen scheint die Hilfe in Birma weiter anzulaufen. Ein Transportflugzeug des Roten Kreuzes mit 35 Tonnen Hilfsgütern für die Opfer des Wirbelsturms in Birma ist am Sonntag in Rangun eingetroffen. Die Einfuhr der Güter und deren Transfer zu Einrichtungen des Roten Kreuzes sei von den Behörden Birmas «unterstützt worden», teilte das Internationale Kommitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Sonntag in Genf mit.

Hilfe für Haftanstalten

Die gelieferten medizinischen Güter reichten aus, um 250 Trauma-Patienten zu behandeln. Zudem sei Medizin eingeflogen worden, um die gesundheitliche Grundversorgung von rund 10.000 Menschen für drei Monate zu gewährleisten. Das Material zur Wasser- und Sanitärversorgung, das auch eine mobile Wasseraufbereitungs-Anlage beinhaltet, könne 10.000 Personen mit Trinkwasser versorgen. Die Hilfe sei vor allem für Insassen von Haftanstalten bestimmt, so das IKRK.

Zudem arbeite das IKRK-Team in Rangun mit dem Roten Kreuz von Birma zusammen, um den Kontakt zwischen Angehörigen wiederherzustellen, die durch die Katastrophe von ihren Familien getrennt wurden. Der Zyklon «Nargis» traf die Küste Birmas am 2. Mai. Der Sturm und die von ihm ausgelöste Flutwelle töteten nach UN-Schätzungen rund 100.000 Menschen, Zehntausende Personen seien vermisst und mehr als eine Million Birmanen seien obdachlos.

Konvoi ins Irrawaddy-Delta

Ein Konvoi des Malteser-Hilfsdienstes (MHD) mit medizinischer Ausrüstung ist in Birma zum besonders vom Zyklon «Nargis» verwüsteten Irrawaddy-Delta unterwegs. Bisher hatte die Militärjunta ausländischen Hilfsorganisationen die Einreise in die Katastrophengebiete nicht erlaubt. Ziel des MHD-Konvois ist die Küstenstadt Labutta, in der ein Gesundheitszentrum aufgebaut werden soll.

«Der Konvoi mit drei Fahrzeugen ist am Morgen um acht Uhr Ortszeit von Rangun aus aufgebrochen», sagte ein Sprecherin in Köln. Der Transport solle im Laufe des Tages ankommen, wenn er nicht gestoppt werde. «Im Moment gehen wir davon aus, dass die Fahrzeuge rollen.» In Labutta sollen ein Krankenhaus und ein Behandlungszelt eingerichtet werden. Der Konvoi habe Plastikplanen, medizinisches Material, Lebensmittel und ein großes Zelt an Bord. Das ursprüngliche Krankenhaus in Labutta sei zerstört. Mehr als 100.000 Menschen sollen sich aus dem Delta in die Küstenstadt geflüchtet haben. (dpa, AP)

 
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