Die USA erhoffen sich von der Datensammlung vor allem Erkenntnisse über die Produktion und die Bestände von waffentauglichem Plutonium in dem kommunistischen Land. Nordkorea habe mitgeteilt, dass die Daten den Betrieb seines Fünf-Megawatt-Reaktors und einer Wiederaufarbeitungsanlage im Atomzentrum Yongbyon bis zurück in das Jahr 1986 dokumentierten, hieß es. Die Angaben müssten jetzt in den USA von Experten «gründlich überprüft» werden. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unterdessen unter Berufung auf diplomatische Kreise in Seoul, dass Nordkorea demnächst eine formale Deklarierung seines Atomprogramms an China, den Gastgeber der sogenannten Sechs-Länder-Gespräche, übergeben wolle. Eine neue Sechserrunde über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms hat angesichts der bisherigen Differenzen wegen der Deklarierung seit Monaten nicht mehr stattgefunden. An den Gesprächen sind Süd- und Nordkorea, die USA, China, Russland und Japan beteiligt.
Die Nuklearaktivitäten hätten gemäß der ursprünglichen Vereinbarung bis Ende 2007 offengelegt werden sollen. Dafür und für die dauerhafte Stilllegung seiner Atomanlagen waren Wirtschafts- und Energiehilfen für Nordkorea vereinbart worden. Washington hat dem Regime in Pjöngjang zudem die Aufhebung von Handelssanktionen und die Streichung von der Liste jener Staaten in Aussicht gestellt, die den Terrorismus fördern. (dpa)