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Rettungsaktionen nach Zyklon: 

Hickhack um Hilfslieferungen für Birma

08. Mai 2008 14:16
Warten auf Hilfe
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Während der erste internationale Hilfsflug in Birma eingetroffen ist, dürfen US-Maschinen weiterhin nicht landen. Weil zudem noch zahlreiche Visa für Helfer ausstehen, appelliert Steinmeier an den birmanischen Botschafter.

Angesichts der Verzögerungen bei den Hilfslieferungen für die Opfer des Zyklons in Birma hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier den birmanischen Botschafter in Berlin zu einem Gespräch einbestellt. Nach dem Gespräch, das am Donnerstag auf Staatssekretärsebene stattfand, sagte Steinmeier, er habe seinen Appell wiederholt, Hilfslieferung möglichst schnell zuzulassen.

«Ich habe ihn eindringlich gebeten, diese Botschaft seiner Regierung in Myanmar (Birma) zukommen zu lassen», sagte der SPD-Politiker. Es stünden bereits zehn Helfer des THW bereit, die sich in den am stärksten betroffenen Gebieten um den Aufbau einer Wasserversorgung kümmern sollen. Sie könnten sofort losfliegen, sobald Visa erteilt worden seien, betonte Steinmeier. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul stellte derweil eine Erhöhung der Hilfe durch die Bundesregierung in Aussicht.

Visa-Anträge stehen noch aus

Die Militärjunta erteilte am Donnerstag einem Flugzeug des Welternährungsprogramms (WFP) eine Landeerlaubnis. Das Regime verweigerte jedoch weiterhin amerikanischen Militärmaschinen die Genehmigung, dringend benötigte Hilfsgüter ins Land zu bringen. Auch zahlreiche Visa-Anträge von UN-Rettungsteams wurden noch nicht gewährt.

Ein Flugzeug aus Italien mit proteinreichen Keksen, Medikamenten und anderen Gütern traf in Rangun ein, wie ein UN-Mitarbeiter erklärte. Drei weitere Maschinen stünden bereit. Es sei jedoch unklar, wann sie in Birma eintreffen würden. Die Maschinen stehen seit zwei Tage auf den Rollfeldern, während UN-Mitarbeiter mit der Junta in Birma über die Landeerlaubnis verhandelten.

Junta verteilt Hilfslieferungen selbst

Unicef kündigte an, noch am Donnerstag sollten drei Millionen Tabletten zur Wasseraufbereitung nach Thailand geschickt werden. Sie sollten von dort am Freitag nach Birma gebracht werden. Auch zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern des Roten Kreuzes erhielten Genehmigungen für die Landung. Eine Chartermaschine und ein Linienflugzeug von Thai Airways mit Material würden voraussichtlich am Abend in Malaysia starten, sagte Rot-Kreuz-Koordinator Bernd Schell in Bangkok.

Zunächst würden jedoch nur kleinere Ladungen gebracht, um zu testen, ob die Militärregierung die Materialien wie versprochen beim Roten Kreuz belasse. Bislang berichteten Hilfsorganisationen, die Junta verteile ausländische Hilfslieferungen selbst. Amnesty International zufolge verzögern einige Spender ihre Hilfsangebote aus Sorge, die dringend benötigten Güter könnten an die Streitkräfte gehen statt an die Opfer.

WFP-Regionaldirektor Anthony Banbury deutete an, die Vereinten Nationen hätten ähnliche Bedenken. «Wir werden unsere Lieferungen nicht einfach zu einem Flughafen bringen, abladen und wieder abheben», sagte Banbury.

Gerüchte über bevorstehendes Erdbeben

Das staatliche Radio in Birma berichtete, «skrupellose Elemente» verbreiteten Gerüchte über ein bevorstehendes Erdbeben, einen zweiten Zyklon und Plünderungen in Rangun. Mit dem Bericht wollte die Militärregierung offenbar die Bevölkerung beruhigen und mögliche Zusammenkünfte unterbinden, die zu Protesten gegen die Regierung führen könnten.

Auch das Haus von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi wurde schwer beschädigt. Der Wirbelsturm habe Teile des Dachs des Bungalows weggerissen, in dem die Politikerin unter Hausarrest steht, sagte ein Nachbar. Es war nicht klar, ob die Politikerin verletzt war oder über ausreichend Nahrungsmittel und Wasser verfügte.

Ausbruch von Infektionskrankheiten befürchtet

Wegen der zunächst blockierten Hilfslieferungen nach Birma befürchtet die Organisation Care den Ausbruch von Cholera, Typhus und Malaria im Katastrophengebiet. «Wir haben dafür alle Bedingungen», sagte Nothilfekoordinator Wolfgang Tyderle. «Verschmutztes Wasser, Leichen, hohe Luftfeuchtigkeit.» (dpa/AP)

 
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