Party im ganzen Land:
Israelis feiern 60. Geburtstag ihres Staates
08. Mai 2008 10:35, ergänzt 16:53
 |  Feuerwerk am Rabin's Square in Tel Aviv | Foto: AP |
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Eine «ungewöhnliche Erfolgsgeschichte» zelebriert ihr Jubiläum: Zur Erinnerung an die Staatsgründung 1948 hat es in Israel Feuerwerk, Schiffsparaden, Flugshows und Grillfeste gegeben – und eine Einladung an Deutschland.
Begleitet von Sicherheitsvorkehrungen hat Israel am Donnerstag den 60. Jahrestag seiner Staatsgründung begangen. Hunderttausende Israelis kamen zu einer Flugschau der Luftwaffe nach Tel Aviv oder feierten landesweit auf Grill- und Straßenpartys. Mit Feuerwerk und Licht- und Lasershows hatten hunderttausende Israelis bereits in der Nacht zum Donnerstag in den 60. Jahrestag der Staatsgründung hineingefeiert. Israel hatte am 14. Mai 1948, einen Tag vor dem Auslaufen des britischen Mandats, seine Unabhängigkeit erklärt. Das Land feiert jedoch nach hebräischem Kalender und damit eine Woche früher.
Der zentrale Festakt hatte am Mittwochabend in Jerusalem begonnen. Dabei erklärte Parlamentspräsidentin Dalia Itzik mit Blick auf die Palästinenser: «Wir wollen Frieden für unsere Kinder, und wir wollen Frieden auch für Eure Kinder.» Warnend fügte sie jedoch hinzu: «Unseren Feinden und den Terroristen sagen wir: Ihr habt keine Chance.» Itzik bezeichnete die vergangenen sechs Jahrzehnte seit der Unabhängigkeitserklärung als «außerordentliche Erfolgsgeschichte».
Monarchen, Staatsoberhäupter und Präsidenten aus aller Welt gratulierten Israel zum 60. Geburtstag. In einer Grußbotschaft der Europäischen Union heißt es, die Bedeutung Israels für die Europäer gehe über die normale Zusammenarbeit zwischen engen Nachbarn hinaus. Sowohl die EU als auch Israel seien aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust hervorgegangen.
Bush besucht Feier in der kommenden Woche
Mit einer dreitägigen internationalen Konferenz in Jerusalem will Israel in der kommenden Woche die Feierlichkeiten zum Jubiläum abschließen. Höchster Ehrengast wird US-Präsident George W. Bush sein. Die USA hatten Israel 1948 Israel als erstes Land bereits elf Minuten nach der Unabhängigkeitserklärung anerkannt. Bush wird jedoch nicht die Palästinensergebiete besuchen. Nach den Worten von Sicherheitsberater Stephen Hadley ist auch kein Dreiertreffen zwischen Bush, dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geplant. Es sei einfach nicht an der Zeit für ein solches Treffen. Zurzeit seien bilaterale Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern der Schlüssel, sagte Hadley.
Verletzte bei Flugshow
Die Feierlichkeiten werden angesichts dutzender Terrorwarnungen von Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Das Westjordanland wurde abgeriegelt. Die israelische Polizei war in erhöhter Alarmbereitschaft. Es gab Kontrollen an den Zufahrtsstraßen zu größeren Städten. Die einzigen Verletzten wurden jedoch von einer Flugschau der israelischen Luftwaffe vor dem Strand von Tel Aviv gemeldet. Ein Fallschirmspringer hatte sein Ziel verfehlt und war stattdessen in eine Menge von Schaulustigen gestürzt. Dabei wurden nach israelischen Medienberichten zehn Personen verletzt.
Proteste der Palästinenser
In den Palästinensergebieten hissten viele Menschen aus Protest gegen die Staatsgründung Israels sowohl palästinensische als auch schwarze Trauerfahnen. Die Araber bezeichnen die Staatsgründung Israels wegen der Flucht und Vertreibung von 1948 als «Nakba» (Katastrophe).
Situation der Palästinenser |
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Der Aufruf zu einem einstündigen Streik wurde jedoch nur spärlich befolgt. Die Palästinenser wollen erst in den kommenden Woche mit Demonstrationen dem 60. Jahrestag der «Nakba» gedenken.
Wunsch: Mehr Verständnis und Sympathie für Israel
Der israelische Gesandte in Deutschland, Ilan Mor, hat sich zum Jubiläum mehr Verständnis und mehr Sympathie der Deutschen für sein Land gewünscht. «Man kann Israel auch kritisieren. Israel ist nicht makellos. Aber die Kritik soll ausgewogen und fair sein», sagte Mor.
Der stellvertretende Botschafter regte einen verstärkten Austausch auf den Gebieten Schule und Wissenschaft sowie mehr private Kontakte zwischen beiden Ländern an: «Wenn viele Deutsche Israel besuchen würden, wäre das ein Signal an uns, dass wir nicht alleine sind.» Die Freundschaft zwischen beiden Ländern sei vorhanden, aber nichts sei selbstverständlich: «Man muss daran arbeiten.» (dpa)