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Zyklon-Katastrophe: 

UN-Wetterexperten rügen Birmas Administration

07. Mai 2008 18:47
Verwüstete Straße in Rangun
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Schwere Mängel bei der Infrastruktur und ein desolates Krisenmanagement haben die Auswirkungen der Zyklon-Katastrophe massiv verschlimmert, sagen Experten der UN-Wetterbehörde. Die Flutwelle sei dramatisch unterschätzt worden.

Schlechte Organisation und mangelhafte Infrastruktur sind nach Ansicht von Experten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) die Gründe für das schlimme Ausmaß der Katastrophe in Birma. Das Land verfüge über keine Notfallpläne und kein Radarsystem vor der Küste, hieß es am Mittwoch in Genf.

Der Direktor des Bereichs Risikosenkung bei der WMO, Dieter Schiessl, sagte, die meteorologischen Behörden Indiens hätten im Vorfeld vor dem Wirbelsturm gewarnt. Die ersten Vorhersagen wurden am 27. April veröffentlicht. Sie wurden bis zum 3. Mai alle drei Stunden aktualisiert, mit korrekten Auswertungen von Stärke und Geschwindigkeit. «Wir wissen nicht, welche Informationen die Bevölkerung effektiv erreicht haben», sagte Schiessl. «Doch es reicht nicht zu informieren. Man muss Evakuationspläne umsetzen und Transportmittel bereitstellen.»

Anders als etwa in Bangladesch, wo die Bewohner in Notunterkünfte fliehen können, existiere nach Angaben des WMO-Experten in Birma keine solche Infrastruktur. Wegen fehlender Radarüberwachung sei zudem die Flutwelle komplett unterschätzt worden, was die Zahl der Todesopfer stark steigen ließ.

Schiessl verwies allerdings auch darauf, dass Birma nur etwa alle 40 Jahre von einem Wirbelsturm dieser Intensität getroffen werde. «Es handelt sich um ein sehr seltenes Phänomen, wie den Tsunami. Und unter diesen Umständen gibt es keinen Anreiz, sich vorzubereiten.» (dpa)

 
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