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Proteste gegen Wirtschaftspolitik: 

Streik im Libanon führt zu Chaos und Gewalt

07. Mai 2008 16:07
Ein Arbeiter protestiert gegen den erhöhten Brotpreis
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In Beirut eskalieren die Scharmützel zwischen den Anhängern von Regierung und Opposition. Im schiitischen Teil der libanesischen Hauptstadt haben Hisbollah-Aktivisten die Straßen mit brennenden Autos und Reifen blockiert.

Während eines Generalstreiks der Opposition gegen die libanesische Regierung ist es am Mittwoch in Beirut zu Ausschreitungen und Schießereien gekommen. Auch Explosionen waren zu hören. Anhänger der schiitischen Hisbollah blockierten Straßen mit brennenden Reifen, alten Autos und Mülltonnen. Sie wollten auf diese Weise einen Streik durchsetzen, zu dem Gewerkschaften aus Protest gegen Preissteigerungen und die Wirtschaftspolitik der Regierung aufgerufen hatten. Die Armee bot Tausende von Soldaten auf, um größere Gewaltausbrüche während des Streiks zu verhindern.

Die Lage eskalierte, nachdem Anhänger der Regierung und der Opposition einander beleidigt und mit Steinen beworfen hatten. Sicherheitskräfte schritten ein, und Augenzeugen zufolge fielen Schüsse. Die Unruhen breiteten sich auf andere Stadtviertel aus. Die sunnitischen Bewohner schlugen sich dabei auf die Seite der westlich orientierten Regierung, die schiitischen unterstützten die von der Hisbollah geführte Opposition. Die Streitkräfte fuhren Schützenpanzer auf. Wegen der Ausschreitungen sagten die Gewerkschaften eine geplante Großkundgebung ab. «Unsere Forderungen sollen nicht für parteipolitische Zwecke ausgeschlachtet werden, und wir wollen Gewalt auf den Straßen vermeiden», sagte ein Gewerkschaftsmitglied. Zuvor hatte ein Attentäter im Viertel Corniche al-Mazraa eine Schockgranate gezündet, durch die drei Zivilisten und zwei Soldaten leicht verletzt worden waren.

Flughafen nicht in Betrieb

Der Streik legte auch den Flughafen von Beirut lahm. Das Bodenpersonal legte für sechs Stunden die Arbeit nieder, während Oppositionsanhänger die Straßen zum Flughafen abriegelten. 32 Flüge wurden gestrichen oder hatten Verspätung. Die Protestaktionen beschränkten sich auf die schiitischen Teile der libanesischen Hauptstadt. Die Menschen in den überwiegend von Sunniten und Christen bewohnten Vierteln ignorierten den Aufruf zum Generalstreik zumeist.

Die Bundesregierung verfolgt die Auseinandersetzungen in Beirut «mit größter Aufmerksamkeit und Sorge». Kanzleramt und Auswärtiges Amt hielten regelmäßigen Kontakt zu den wichtigen Akteuren im Libanon und der Region, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. «Die Stabilität des Libanon liegt uns sehr am Herzen», sagte Wilhelm. Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der anti-syrischen Regierung und der Opposition am Mittwoch hatten das öffentliche Leben in der libanesischen Hauptstadt praktisch lahmgelegt. (AP/dpa)

 
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