US-Vorwahlen:
Clinton hofft auf ein Wunder
07. Mai 2008 16:49
 |  Hillary Clintons Sieg in Indiana reicht nicht aus | Foto: AP |
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Während Obamas Anhänger nach den jüngsten Vorwahlen jubeln, wachsen im Clinton-Lager die Zweifel. Allerdings gibt es noch einen Hoffnungsschimmer: Am 31. Mai entscheidet die Parteiführung über die Stimmen aus Michigan und Florida.
Hillary Clinton hat die Vorwahl in Indiana nur ganz knapp für sich entschieden. In North Carolina unterlag sie dagegen ihrem Rivalen Barack Obama deutlich, für den die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten damit in greifbare Nähe rückt. Er sei klar auf der Siegesstraße, sagte Obama. Dennoch will die frühere First Lady den Kampf noch nicht aufgeben. «Danke, es geht mit voller Fahrt ins Weiße Haus,» versicherte sie ihren Anhängern in Indianapolis. Vor zwei Wochen hatte sie die Vorwahl in Pennsylvania klar gewonnen und damit ihre Chancen auf eine Kandidatur vorerst erhalten.
Für manche Beobachter scheint indes festzustehen, dass Clinton gegen ihren Widersacher Obama keine Chance mehr hat. Die jüngsten Vorwahlen hätten Clinton nichts gebracht, und ihre Hoffnungen, Obama noch einzuholen, schwänden zusehends, schreibt etwa die «New York Times». Ihr Rivale habe mit großer Ausdauer und Belastbarkeit allen Angriffen aus dem Clinton-Lager getrotzt. Entsprechend markig die Ansage Obamas: «Wir können es uns nicht leisten, dass John McCain eine Chance bekommt, die dritte Amtszeit von George Bush abzuleisten.»
Obamas unaufhaltsamer Marsch
Auch CNN-Kommentatoren sehen Clinton unter gewaltigem Druck: Sie hätte in Indiana keinen hauchdünnen, sondern einen klaren Sieg einfahren müssen und in North Carolina nicht so deutlich verlieren dürfen. Clinton müsse nun dringend einen Weg finden, um diesen «unaufhaltsam erscheinenden Marsch» Obamas zu stoppen.
Zwar sei Clintons Sieg in Indiana nicht völlig unbedeutend, heißt es, er sei aber nicht durchschlagend genug, um die Super-Delegierten auf ihre Seite zu bringen. Da wohl keiner der beiden Bewerber auf dem Parteitag in Denver die nötigen Delegiertenstimmen für eine Nominierung erreichen kann, kommt den Super-Delegierten, die nicht an das Ergebnis der Vorwahlen gebunden sind, am Ende die entscheidende Rolle zu. Wie bereits in Pennsylvania hatte Clinton vor allem die Stimmen der älteren und weniger gut ausgebildeten Wähler gewonnen. Obama mobilisierte insbesondere Studenten und Wähler mit höherem Bildungsgrad. Auch unter den 17- bis 64-Jährigen hatte der schwarze Senator die Nase vorn.
Clintons Problem ist das Geld
Clintons größtes Problem dürften in den kommenden Monaten ihre Finanzen sein. Um mit Obamas prall gefüllter Wahlkampfkasse konkurrieren zu können, müsse sie noch ordentlich Geld sammeln, meint CNN. Darauf würden die Super-Delegierten ganz besonders achten, denn der Hauptwahlkampf stehe noch bevor. Einem Bericht des US-Senders MSNBC zufolge habe sie sich seit April 6,4 Millionen Dollar geliehen. Dies habe das Wahlkampfteam Clintons bestätigt, berichtete der Sender am Mittwoch. Bereits früher im Jahr habe sie fünf Millionen Dollar aus der eigenen Tasche für den Wahlkampf beigesteuert.
Zweifel machen sich inzwischen auch im Clinton-Lager breit. Die Helfer der New Yorker Senatorin fürchten, dass sich die Super-Delegierten ohne einen wirklich überwältigenden Sieg Clintons für Obama aussprechen könnten - einfach um das Duell zu beenden und mögliche Nachteile für die Demokraten im Kampf um das Weiße Haus abzuwenden. Nach dem erbitterten Zweikampf könnte am Ende McCain der lachende Dritte sein. Der 71-Jährige Republikaner kann sich bereits in Ruhe auf die Präsidentschaftswahl im November vorbereiten.«Ohne ein Wunder, wird es für uns sehr schwer werden», zitiert die «Washington Post» einen Vertreter aus dem Clinton-Lager. Allerdings habe er die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben: Eigentlich will die Parteispitze der US-Demokraten die Abstimmungsergebnisse aus Florida und Michigan – in beiden hatte Clinton gewonnen - nicht gelten lassen, weil die Bundesstaaten bei der Terminierung der Vorwahlen gegen parteiinterne Regeln verstoßen hatten. Am 31. Mai soll nun entschieden werden, was mit den Delegiertenstimmen geschehen soll.
Für das Web ediert von Michaela Duhr