Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Chinesen treffen Vertreter des Dalai Lama: 

Dialog ohne Ergebnis, aber mit Fortsetzung

05. Mai 2008 13:54
Der Premierminister der tibetischen Exilregierung
Bild vergrößern
Die Gespräche mit Vertretern Tibets sollen Peking dabei helfen, sein Image in der Welt aufzupolieren. Die chinesischen Medien allerdings setzen ihre Attacken auf den Dalai Lama fort.

Die Gespräche zwischen Vertretern der chinesischen Führung und des Dalai Lama sind am Sonntag nach wenigen Stunden ohne Ergebnis beendet worden. Keiner der Beteiligten äußerte sich vor Journalisten über Inhalte und Ergebnisse.

Aus Kreisen der tibetischen Exilregierung hieß es, die Gespräche seien den Umständen entsprechend zufriedenstellend verlaufen. «Wir hatten keine sehr großen Hoffnungen mit den Gesprächen verbunden», sagte der Premierminister der Exilregierung, Samdhong Rinpoche, im nordindischen Dharamsala am Montag. Von diesen Erwartungen ausgehend sei der Dialog gut und in freundlicher Atmosphäre verlaufen, wenn auch kein Durchbruch bei der Tibet-Krise erzielt worden sei. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Montag lediglich, die Gespräche sollen «zu einem angemessenen Zeitpunkt» fortgesetzt werden. Ein Termin wurde nicht genannt.

Der Sprecher der Exilregierung, Thubten Samphel, sagte, es sei «sehr gut», dass sich die chinesische Regierung zu einem weiteren Treffen bereiterklärt habe. Die Gespräche zeigten die Bereitschaft der chinesischen Regierung, den Dialog fortzusetzen.

Chinas Medien berichten erstmals über solch ein Treffen

Obwohl die staatlich kontrollierte Presse in China erstmals über solch ein Treffen berichtete, wurde über die Inhalte der Gespräche zunächst wenig bekannt. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, die Vertreter Pekings hätten in Shenzhen die Fragen der Dalai-Lama-Gesandten beantwortet und Ansichten mit den tibetischen Gesandten ausgetauscht.

Die Wirtschaftsmetropole Shenzen
Bild vergrößern
Weiter hieß es, die chinesischen Regierungsvertreter hätten die Proteste in Tibet Mitte März als neue Hindernisse in der Kommunikation bezeichnet. Noch während der Gespräche hatte Peking die Attacken auf den Dalai Lama fortgesetzt. Die Regierung hoffe, dass «die Dalai-Seite» nicht länger zur Gewalt aufrufe und aufhöre, die Olympischen Spiele zu sabotieren, berichtete Xinhua. Chinesische Medien warfen dem Dalai Lama erneut vor, er schüre Gewalt, wolle China spalten und werde sein Streben nach «tibetischer Unabhängigkeit niemals aufgeben».

Nach internationalem Druck waren am Sonntag erstmals seit Beginn der Unruhen in Tibet chinesische Regierungsvertreter mit Gesandten des Dalai Lama zusammengekommen. Im Zuge der Proteste gegen die chinesische Herrschaft über das Hochland war Peking wiederholt gedrängt worden, einen Dialog mit dem im Exil in Indien lebenden geistlichen Oberhaupt der Tibeter aufzunehmen. Bei den Unruhen Mitte März in Tibet und angrenzenden Gebieten kamen nach amtlichen chinesischen Angaben 22, nach tibetischer Darstellung rund 140 Menschen ums Leben. (nz/dpa/AP)


 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Iraker Mädchen unter Verdacht: 
Teenagerin bringt Sprengstoffgürtel zur Polizei
Einigung mit Wenn und Aber: 
US-Truppenabzug aus Irak bis 2011 vereinbart
 
Kommission will stärkere Kontrollen: 
Europas Kiffer sollen von der Straße
 
Bundeswehr in Afghanistan: 
Deutschland verzichtet auf KSK-Einsatz
Geheimdienstinformationen: 
Das Kreuz mit der Folter
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.