02.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Laut und entschlossen: Proteste gegen Sarkozys Politik
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Reformpolitik des Präsidenten stand im Zentrum der Kritik: In ganz Frankreich kam es am 1.Mai zu Demonstrationen. Vor allem die geplanten Änderungen bei der Rente empörten viele Franzosen.
Tausende Menschen haben am 1. Mai in Frankreich friedlich gegen den Reformkurs der Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy demonstriert. Knapp 120.000 Demonstranten beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums am Donnerstag an den Kundgebungen. Die Gewerkschaften sprachen dagegen von mehr als 200.000 Menschen, die sich an gut 150 Demonstrationen im ganzen Land beteiligt hätten. Der Protest richtete sich gegen die geplante Rentenreform der französischen Regierung. Gewerkschaftsvertreter forderten auch eine Erhöhung der Kaufkraft.
In Paris organisierten die großen Gewerkschaften CGT und CFDT erstmals seit vier Jahren wieder eine gemeinsame Protestaktion. Etwa 15.000 Menschen beteiligten sich der Polizei zufolge am zentralen Demonstrationszug, der sich am Nachmittag an der Place de la République in der Hauptstadt in Bewegung setzte. Die CGT sprach von 30.000 Teilnehmern.
In der südfranzösischen Hafenstadt Marseille gingen nach Polizeiangaben gut 3000 Menschen, nach Gewerkschaftsangaben 30.000 Menschen auf die Straße. Auch in zahlreichen weiteren Städten wie Nizza, Toulouse, Straßburg, Grenoble, Bordeaux oder Lille formierten sich Demonstrationszüge. Es wurden keine Zwischenfälle bekannt. Auch zahlreiche Schüler protestierten gegen die geplante Streichung von Lehrerstellen.
Zur traditionellen 1. Mai-Kundgebung des Parteichefs der rechtsextremen Front National, Jean-Marie Le Pen, kamen nur etwa 1000 Menschen, deutlich weniger als in den Vorjahren. Nach einer Reihe von Wahlniederlagen steckt die Partei derzeit in großen finanziellen Schwierigkeiten. (dpa)