02. Mai 2008 10:00
Die Reformpolitik des Präsidenten stand im Zentrum der Kritik: In ganz Frankreich kam es am 1.Mai zu Demonstrationen. Vor allem die geplanten Änderungen bei der Rente empörten viele Franzosen.
In Paris organisierten die großen Gewerkschaften CGT und CFDT erstmals seit vier Jahren wieder eine gemeinsame Protestaktion. Etwa 15.000 Menschen beteiligten sich der Polizei zufolge am zentralen Demonstrationszug, der sich am Nachmittag an der Place de la République in der Hauptstadt in Bewegung setzte. Die CGT sprach von 30.000 Teilnehmern.In der südfranzösischen Hafenstadt Marseille gingen nach Polizeiangaben gut 3000 Menschen, nach Gewerkschaftsangaben 30.000 Menschen auf die Straße. Auch in zahlreichen weiteren Städten wie Nizza, Toulouse, Straßburg, Grenoble, Bordeaux oder Lille formierten sich Demonstrationszüge. Es wurden keine Zwischenfälle bekannt. Auch zahlreiche Schüler protestierten gegen die geplante Streichung von Lehrerstellen.
Zur traditionellen 1. Mai-Kundgebung des Parteichefs der rechtsextremen Front National, Jean-Marie Le Pen, kamen nur etwa 1000 Menschen, deutlich weniger als in den Vorjahren. Nach einer Reihe von Wahlniederlagen steckt die Partei derzeit in großen finanziellen Schwierigkeiten. (dpa)