Ein Grund für den Anstieg ist die umstrittene Offensive gegen die Schiiten-Miliz des Predigers Muktada al-Sadr, an der sowohl die US- Armee als auch die irakischen Regierungstruppen beteiligt sind. Fünf Wochen nach Beginn der Offensive gerät die Lage in der Hochburg der Miliz in Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr-City zunehmend außer Kontrolle. Das US-Militär berichtete, seit Dienstag hätten Soldaten mindestens 56 «Kriminelle» in Bagdad getötet. Irakische Augenzeugen sprachen von zahlreichen zivilen Opfern. Nach Angaben eines Sprechers der Sicherheitskräfte wurden in Sadr-City seit Beginn der Offensive am 25. März 925 Menschen getötet und 5062 Menschen verletzt. Eine US-Militärsprecherin erklärte, die Milizionäre seien «Feiglinge», die in Sadr-City aus Wohnhäusern feuerten und sich nicht um zivile Opfer scherten.Der schiitische Regierungschef Nuri al-Maliki sagte am Mittwoch vor der Presse in Bagdad: «Wir werden die kriminellen Banden aus Sadr-City herausholen.» Gleichzeitig bestritt er, dass irakische und amerikanische Truppen die Vorstadt, in der 2,5 Millionen Menschen wohnen, abgeriegelt hätten. «Es gibt keine Blockade», sagte er. Die Armee stelle nur sicher, dass keine Waffen oder Raketen in das Viertel gebracht würden. Der Sprecher der Sadr-Bewegung, Salah al-Obaidi, sagte der arabischen Zeitung «Al-Sharq Al-Awsat», die Tatsache, dass die Miliz der Bewegung iranische Waffen verwende, sei kein Beweis dafür, dass der Iran sie unterstütze. Teheran «verkauft Waffen an jeden, der kaufen will», fügte er hinzu. (nz, dpa, AP)