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Hochzeitskonvoi angegriffen: 

Dutzende Tote nach Selbstmordanschlag im Irak

01. Mai 2008 21:13
Ein irakischer Soldat überwacht die Straßen
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Der Irak kommt nicht zur Ruhe. Am Donnerstag ist es nördlich von Bagdad erneut zu mehreren Attentaten gekommen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt.

Bei einem doppelten Selbstmordanschlag auf einen Hochzeitskonvoi sind am Donnerstag nordöstlich von Bagdad mindestens 35 Menschen getötet und 65 verletzt worden. Wie die irakische Polizei mitteilte, ereigneten sich die Anschläge in der Stadt Balad Rus.

Augenzeugen berichteten, zunächst habe sich einer der beiden Attentäter in der Nähe des Krankenhauses der Kleinstadt in die Luft gesprengt. Als sich am Anschlagsort daraufhin Helfer und Schaulustige versammelten, zündete den Angaben zufolge der zweite Attentäter seine ebenfalls in einem Auto versteckte Bombe. Insgesamt 75 Menschen seien verletzt worden, hieß es. Balad Rus liegt in der Provinz Dijala nordöstlich von Bagdad, in der sich zahlreiche Terrorzellen der El Kaida verschanzt haben.

Auch immer mehr US-Soldaten sterben

Im Irak sterben wieder mehr US-Soldaten. Die als unabhängig geltende Internet-Seite «Iraq Coalition Casuality Count» listete am Donnerstag 51 tote amerikanische Militärangehörige im April auf. So hohe Verluste binnen Monatsfrist hat das US-Militär im Irak seit September vergangenen Jahres nicht erlitten. Am letzten Tag des Monats meldete die US-Armee den Tod von sieben amerikanischen Soldaten, von denen bis auf einen alle in Bagdad ums Leben kamen. Die blutige Monatsbilanz kam auf den Tag genau fünf Jahre nach dem Auftritt von US-Präsident George W. Bush, der am 1. Mai 2003 auf dem Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» ein Banner mit der Aufschrift «mission accomplished» (Aufgabe erfüllt) entrollt hatte.

Lage zunehmend außer Kontrolle

Ein Grund für den Anstieg ist die umstrittene Offensive gegen die Schiiten-Miliz des Predigers Muktada al-Sadr, an der sowohl die US- Armee als auch die irakischen Regierungstruppen beteiligt sind. Fünf Wochen nach Beginn der Offensive gerät die Lage in der Hochburg der Miliz in Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr-City zunehmend außer Kontrolle. Das US-Militär berichtete, seit Dienstag hätten Soldaten mindestens 56 «Kriminelle» in Bagdad getötet. Irakische Augenzeugen sprachen von zahlreichen zivilen Opfern. Nach Angaben eines Sprechers der Sicherheitskräfte wurden in Sadr-City seit Beginn der Offensive am 25. März 925 Menschen getötet und 5062 Menschen verletzt. Eine US-Militärsprecherin erklärte, die Milizionäre seien «Feiglinge», die in Sadr-City aus Wohnhäusern feuerten und sich nicht um zivile Opfer scherten.

Der schiitische Regierungschef Nuri al-Maliki sagte am Mittwoch vor der Presse in Bagdad: «Wir werden die kriminellen Banden aus Sadr-City herausholen.» Gleichzeitig bestritt er, dass irakische und amerikanische Truppen die Vorstadt, in der 2,5 Millionen Menschen wohnen, abgeriegelt hätten. «Es gibt keine Blockade», sagte er. Die Armee stelle nur sicher, dass keine Waffen oder Raketen in das Viertel gebracht würden. Der Sprecher der Sadr-Bewegung, Salah al-Obaidi, sagte der arabischen Zeitung «Al-Sharq Al-Awsat», die Tatsache, dass die Miliz der Bewegung iranische Waffen verwende, sei kein Beweis dafür, dass der Iran sie unterstütze. Teheran «verkauft Waffen an jeden, der kaufen will», fügte er hinzu. (nz, dpa, AP)

 
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