Konjunktur in Deutschland: 

netzeitung.deMerkel will «Sendung mit der Maus» für Finanzen

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Auch Erwachsene brauchen die "Sendung mit der Maus", meint Kanzlerin Merkel (Foto: Screenshot nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auch Erwachsene brauchen die "Sendung mit der Maus", meint Kanzlerin Merkel
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Bundeskanzlerin Merkel hält deutsche Unternehmen auch nach der Finanzmarktkrise für wettbewerbsfähig. Die Menschen müssten aber besser über die Kapitalmärkte aufgeklärt werden, am besten über eine Fernseh-Sendung.

Die Finanzmarktkrise bringt die deutsche Konjunktur nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht in Gefahr. «Durch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen ist die Konjunktur in Deutschland so robust, dass ich keinen Grund für Krisenangst sehe», sagte die CDU-Politikerin der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

Merkel forderte zugleich eine verstärkte Aufklärung über die Funktionsweise der Kapitalmärkte. Seit langem erkläre die «Sendung mit der Maus», wie eine Kaffeemaschine oder ein Fahrrad funktioniere. «Heute müssten wir aber auch eine Sendung für Finanzprodukte haben, also ein besseres Verständnis der heutigen Kapitalmärkte», sagte die Kanzlerin.

Merkel bekräftigte zugleich ihre Forderung nach besseren Transparenzregelungen: «Ich stelle heute fest, dass die Wirtschaft aus der Finanzmarktkrise lernt und nunmehr unsere Initiative zu Selbstregulierungen aufgreift. Was vor einem Jahr noch als Staatsinterventionismus abgetan wurde, gilt heute als notwendige Transparenzmaßnahme der Finanzindustrie.»

Weiterhin optimistisch

Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sieht das Wachstum von der Krise noch nicht bedroht: «Bis jetzt sehe ich keine gravierenden Auswirkungen», sagte Glos der «WirtschaftsWoche». Für dieses Jahr könne Deutschland weiter optimistisch sein. «Allerdings sind die Risiken, auch aus dem internationalen Umfeld - Stichwort US-Konjunktur - hoch und dürfen keinesfalls ignoriert werden», fügte der CSU-Minister hinzu.

Glos äußerte zugleich Zweifel an der Rettungsaktion für die angeschlagene Mittelstandsbank IKB: «Vielleicht wäre die schnelle Insolvenz der IKB finanz- und ordnungspolitisch richtig gewesen.» Kritik äußerte Glos dabei an der Informationspolitik von Bafin-Präsident Jochen Sanio, der «durch ein «Katastrophenszenario von der Auslösung eines internationalen Bankencrashs den Verwaltungsrat der KfW zur raschen Entscheidung zur Fortführung veranlasst» habe.

Zwar hätte die Schließung der IKB «in der Tat eine Vertrauenskrise mit schwerwiegenden Folgen heraufbeschwören können». Aber auch die «sukzessive Veröffentlichung immer neuer schlechter Nachrichten» lasse Vertrauen in den Bankensektor verloren gehen. Um schneller auf ähnliche Krisen reagieren zu können, solle der 37 Mitglieder zählenden Verwaltungsrat der KfW künftig auf etwa die Hälfte verkleinert werden, forderte Glos. (AP)