28.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Beide wollen nicht nach Peking
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Die Kanzlerin und Außenminister Steinmeier wollen dem feierlichen Auftakt der Olympischen Spiele fernbleiben. Womöglich bleibt auch Innenminster Schäuble zuhause. Mit Boykott soll das nichts zu tun haben.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) werden nicht an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking teilnehmen. Dies sagte Steinmeier am Freitag am Rande eines Treffens der EU-Außenminister in Brdo (Slowenien). Weder Merkel noch er hätten bisher geplant, an der Eröffnung teilzunehmen, sagte er: «Insofern gibt es nichts abzusagen. Wie das andere Staatschefs für sich geplant haben, kann ich nicht beurteilen.»
Auch der für Sport zuständige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe - «soweit ich weiß» - bisher keine Teilnahme an der Eröffnungsfeier vorgesehen, sagte Steinmeier. Er rechne nicht mit einer Diskussion im Kreis der EU-Außenminister über eine gemeinsame Haltung der EU-Regierungen zur Teilnahme an der Eröffnungsfeier und sprach sich erneut gegen einen Olympia-Boykott aus: «Ich halte dies für keinen geeigneten Zeitpunkt, um über einen Boykott zu sprechen.»
Am Donnerstag hatte der polnische Regierungschef Donald Tusk durchblicken lassen, er wolle wegen der Situation in Tibet nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Die Anwesenheit von Politikern bei der Olympia-Eröffnung nannte er «unpassend». Tusk ist der erste Chef einer europäischen Regierung, der angesichts der Lage in Tibet diesen Standpunkt geäußert hat. (dpa)