Kommunalwahl in Frankreich:
Denkzettel für Präsident Sarkozy
17.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Premierminister François Fillon warnte dagegen vor einer «Instrumentalisierung» des Wahlergebnisses und kündigte die Intensivierung des Reformkurses an. Die Regierung werde zwei Gesetze zur Dynamisierung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt einbringen. Dagegen kündigte die frühere sozialistische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal Widerstand an und forderte die Regierung auf, «ihre ungerechten Sozialbeschlüsse» zu revidieren.
Sarkozy sieht sich auch wachsender Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. «Es gibt offensichtlich eine «rote Welle»», sagte Ex-Premier und UMP-Vize Jean-Pierre Raffarin am Montag dem Sender LCI. Grund dafür sei, dass «man über Reformen geredet hat und dabei Angst gemacht hat, ohne von Ergebnissen zu sprechen». «Die Regierung muss die Richtung korrigieren», fügte Raffarin hinzu.
Außerdem konnte bei der Wahl die Linke unter anderem mittelgroße Hochburgen der Rechten wie Amiens, Reims, Metz, Caen und Angers gewinnen. Sie baute in Lille ihre Position auf zwei Drittel der Stimmen aus, scheiterte aber knapp beim Sturm auf Marseille.
Der «dritte Mann» der Präsidentenwahl, François Bayrou, scheiterte hauchdünn mit seinem Versuch, das Rathaus des südfranzösischen Pau zu erobern. Er erlitt damit einen herben Rückschlag auf seinem Weg zum Ausbau seiner Zentrumspartei MoDem als dritte Kraft zwischen dem linken und dem rechten Block. (dpa)

