Ausschreitungen in Tibet: 

netzeitung.deBundesregierung fordert Ende der Gewalt

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Die Bundesregierung forderte Gewaltverzicht (hier Polizisten und Touristen in Lhasa) (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Bundesregierung forderte Gewaltverzicht (hier Polizisten und Touristen in Lhasa)
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bundesaußenminister Steinmeier hat von seinem chinesischen Amtskollegen Yang Jiechi «größtmögliche Transparenz» über die Geschehnisse verlangt. Kanzlerin Merkel appellierte an China, in einen Dialog mit den Tibetern zu treten.

Die Bundesregierung hat an China appelliert, für ein friedliches Ende der Auseinandersetzungen in Tibet zu sorgen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier telefonierte am Sonntag mit seinem chinesischen Amtskollegen Yang Jiechi.

Dabei unterstrich der SPD-Politiker die große Sorge der Bundesregierung über die jüngsten gewaltsamen Auseinandersetzungen in Tibet. Die Bilder der Zerstörung und die zutiefst bedauerlichen Nachrichten über Tote und Verletzte zeigten, dass Gewalt keine Lösung der Probleme sein könne, sagte Steinmeier.

«Gewalt führt zu keiner Lösung»
Es müsse alles unternommen werden, um eine weitere Eskalation der Lage zu vermeiden und ein friedliches Ende der Auseinandersetzung zu ermöglichen, sagte Steinmeier seinem Amtskollegen. Er plädierte für «größtmögliche Transparenz».

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, «Gewalt - egal von welcher Seite - führt zu keiner Lösung der offenen Fragen». Sie forderte China zum Dialog mit dem religiösen Führer der Tibeter, dem Dalai Lama, auf. Die Bundesregierung unterstütze den Anspruch der Tibeter auf religiöse und kulturelle Autonomie.

Merkel gegen Olympia-Boykott
Sie verfolge zugleich eine «Ein-China-Politik» und wende sich gegen alle separatistischen Bestrebungen, sagte sie. Merkel hatte den Dalai Lama im September 2007 im Kanzleramt empfangen und damit vorübergehend Verstimmungen in Peking ausgelöst. Der «Bild»-Zeitung sagte Merkel, sie halte nicht von einem Boykott der Olympischen Spiele.

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Eckart von Klaeden, forderte in der «B.Z. am Sonntag», China solle schnell die internationale Presse nach Tibet lassen, damit sich die Weltöffentlichkeit ein eigenes Bild von den Vorgängen machen könne.

Grüne wollen Olympische Spiele als Druckmittel
Der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Peter Danckert (SPD), sagte, sollte die Sicherheit der Sportler nicht mehr gewährleistet sein, müsse man über die Absage der Spiele nachdenken. «Aber eine solche Entwicklung sehe ich derzeit noch nicht», sagte er der «Saarbrücker Zeitung».

Mehrere Grünen-Politiker forderten, die Olympischen Spiele als Druckmittel gegen China einzusetzen. Der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Volker Beck sagte der AP, die olympische Bewegung müsse auf internationale Beobachter und ein Ende der Repression in Tibet dringen.

«Wandel durch Annäherung»
Auch FDP-Chef Guido Westerwelle hält nichts von einen Boykott der Spiele. Er sagte dem Berliner «Tagesspiegel»: Die Olympischen Spiele in Peking können einen Wandel durch Annäherung unterstützen, deshalb ist es aus heutiger Sicht richtig, sie nicht zu boykottieren.»

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, sagte dem «Tagesspiegel», er glaube, dass die internationale Aufmerksamkeit für die Spiele eine friedliche Lösung in Tibet eher befördern würde. (AP)