Kommunalwahlen in Bayern: 

netzeitung.deErfolg für die SPD in München und Nürnberg

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Christian Ude bleibt im Amt (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Christian Ude bleibt im Amt
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In Augsburg muss eine Stichwahl entscheiden, ob der SPD-Bürgermeister bleibt. Die größten Städte des Freistaats gingen jedoch deutlich an die Sozialdemokraten. Christian Ude kann in München gestärkt weiterregieren.

Die SPD hat bei den bayerischen Kommunalwahlen am Sonntag ihre Vorherrschaft in den beiden größten Städten München und Nürnberg kräftig ausgebaut. Dagegen zwang die CSU in Augsburg den SPD-Oberbürgermeister in die Stichwahl und hat ersten Ergebnissen zufolge Chancen, das bislang rote Rathaus zu erobern.

Insgesamt standen am Sonntag die meisten Oberbürgermeister und Landräte sowie alle Stadträte und Kreistage im Freistaat zur Wahl.
Ude im München gestärkt
Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) wurde nach einer Prognose von Infratest dimap für das Bayerische Fernsehen mit 67,0 Prozent wiedergewählt und kann mit einer gestärkten rot-grünen Mehrheit weiterregieren. CSU-Herausforderer Josef Schmid landete demnach mit nur 25 Prozent weit abgeschlagen. Im Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt fiel die CSU der Prognose zufolge ebenfalls weit zurück auf 28,5 Prozent.

Ude sagte, er sei zum vierten Mal mit jeweils steigender Zustimmung gewählt worden und werde das seit 1990 bestehende älteste rot-grüne Bündnis in Deutschland fortsetzen.

Wackelnder Stuhl in Augsburg
In Nürnberg wurde SPD-Oberbürgermeister Ulrich Maly der Prognose zufolge mit 62,5 Prozent im Amt bestätigt. Sein Gegenkandidat Clemens Gsell von der CSU kam nur auf 29,5 Prozent, im Stadtrat fiel die CSU laut Prognose um zehn Prozentpunkte auf 33,5 Prozent ab. Die Linkspartei erreichte in München laut Prognose 4,0, in Nürnberg sogar 5,0 Prozent.

In Augsburg dagegen lag SPD-Oberbürgermeister Paul Wengert bei der Auszählung am Abend hinter CSU-Herausforderer Kurt Gribl zurück. Es wird erwartet, dass die Entscheidung in der drittgrößten bayerischen Stadt erst in einer Stichwahl in zwei Wochen fällt.

Stichwahlen auch anderswo
Auch in den bisher CSU-regierten Städten Würzburg, Regensburg und Passau sowie in den SPD-regierten Städten Ansbach und Straubing deutet nach den ersten Ergebnissen alles auf eine Stichwahl für die Oberbürgermeisterämter hin. In Erlangen und Fürth dagegen wurden die Oberbürgermeister Siegfried Balleis (CSU) und Thomas Jung (SPD) offenbar mit klarer Mehrheit wiedergewählt.

Für CSU-Chef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein galten die Kommunalwahlen ein halbes Jahr vor der Landtagswahl als erster Stimmungstest. Bei den letzten Kommunalwahlen hatte die CSU landesweit 45,5 Prozent erreicht, die SPD 25,1 Prozent und die Freien Wähler 15,6 Prozent.

«Fantastisches Ergebnis»
Der bayerische Oppositionsführer und SPD-Fraktionschef im Landtag, Franz Maget, sprach nach der ersten Prognose von einem «fantastischen Ergebnis für die SPD in Bayern». Das sei eine gute Vorlage für die Landtagswahl im September: «Die SPD hat Rückenwind - der CSU schwimmen die Felle davon», sagte der designierte Herausforderer Becksteins.

CSU-Fraktionschef Georg Schmid sagte dagegen, die CSU habe auf dem Land exzellent abgeschnitten und sich als dominierende Kraft in Bayern behauptet. Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause sagte, die Grünen seien die Gewinner dieser Kommunalwahl mit rot-grünen Mehrheiten in München und vielleicht sogar neu in Nürnberg. Die Linken hätten vom Protest gegen etablierte Parteien profitiert. (AP)