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Unifil-Einsatz vor dem Libanon: 

Deutsche Marine übergibt Kommando

29. Feb 2008 08:52
150 Bundeswehr-Soldaten kehren zurück
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Nach 17 Monaten übernimmt ein europäischer Flottenverband die Führung des Einsatzes. Die Bundeswehr zieht zwei Boote und Soldaten ab. Wegen der instabilen Lage im Land hat die US-Armee einen Zerstörer geschickt.

Bei seinem Besuch im Libanon hat Verteidigungsminister Franz-Josef Jung eine positive Bilanz des deutschen Marine-Einsatzes gezogen. Die Bundeswehr gibt dort das Kommando über die Unifil-Flotte ab. Es übernimmt nun ein europäischer Flottenverband, dem Italien, Frankreich, Spanien und Portugal angehören.

Deutschland war bei diesem ersten Marine-Einsatz unter dem Mandat der Vereinten Nationen 17 Monate lang in der Führungsrolle. Jung zog auf seinem Flug nach Beirut eine durchweg positive Zwischenbilanz der Mission. «Ich finde, wir haben sie sehr erfolgreich geführt», sagte er vor Journalisten. Der Einsatz habe zu mehreren wichtigen Ergebnissen geführt: Der internationale Marine-Verband habe den Waffenschmuggel unterbunden, zur Gewährleistung des Waffenstillstands beigetragen und die israelische Seeblockade aufgelöst.

Vertrauen der israelischen Bevölkerung

Jung wies darauf hin, dass der Bundeswehr-Einsatz auch in der israelischen Bevölkerung auf große Akzeptanz stoße. 73 Prozent hätten in einer Umfrage die deutsche Beteiligung an Unifil unterstützt. «Das zeigt ja, welches Vertrauen wir mittlerweile gewonnen haben», sagte der CDU-Politiker.

Der Unifil-Einsatz geht auf den 33-Tage-Krieg im Libanon im Sommer 2006 zurück. Nach der Entführung dreier israelischer Soldaten und dem Beschuss israelischen Territoriums durch Kämpfer der Hisbollah marschierten damals israelische Truppen in den Libanon ein. Hauptaufgabe der Unifil-Flotte, der 13 Schiffe und Boote mit insgesamt 1500 Soldaten angehören, ist die Verhinderung von Waffenschmuggel.

«USS Cole» unterstützt «regionale Stabilität»

Die Bundeswehr ist derzeit mit einer Fregatte, zwei Schnellbooten, zwei Minenjagdbooten, einem Versorgungsschiff und 625 Soldaten im Einsatz. Das Kontingent wird nach der Kommandoübergabe um zwei Boote und etwa 150 Soldaten verringert.

Die US-Regierung hat unterdessen angesichts der politischen Krise im Libanon das Kriegsschiff «USS Cole» ins östliche Mittelmeer geschickt. Dies diene «der Unterstützung der regionalen Stabilität», sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Gordon Johndroe. US-Präsident George Bush sei besorgt über die Lage im Libanon und hoffe, dass die Probleme bald gelöst würden. Die «USS Cole» ist ein mit Tomahawk-Marschflugkörpern bestückter Zerstörer, der normalerweise vor der Mittelmeerinsel Malta liegt.

Bush macht Syrien für Krise verantwortlich

Ein Pentagon-Sprecher bestätigte die Entsendung des Schiffes. Er wollte aber keine Auskunft geben, ob dies auch eine Warnung an Syrien sein soll, das die radikal-schiitische Hisbollah-Organisation im Libanon unterstützt. «Syrien muss aufhören, sich in die inneren Angelegenheiten des Libanons einzumischen», sagte ein hoher Beamter der US-Regierung, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Bush hatte mehrfach Damaskus für die politische Krise im Libanon verantwortlich gemacht. Durch den Streit zwischen den pro-westlichen Regierungsparteien und der pro-syrischen Opposition ist im Libanon seit Monaten die Wahl eines neuen Staatspräsidenten blockiert. (dpa/AP)

 
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