Gefechte in den Außenbezirken von Gaza-Stadt:
Schwere Kämpfe mit geschwächter Hamas
12.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Da die Hamas-Kämpfer sich in Guerilla-Taktik in den Wohngebieten der Städte versteckten, müssten die israelischen Truppen sie auch dort bekämpfen, sagte Armeesprecherin Avital Leibovich. Der israelische Geheimdienst Schin Bet berichtete dem Kabinett, Hamas-Anführer in Gaza seien zur Kapitulation bereit. Öffentlich hat ein anderer Teil der radikalislamischen Organisation aber geschworen, den Kampf gegen Israel fortzusetzen.
Demnach will die Hamas-Zentrale in Syrien ihre Männer im Gazastreifen weiter kämpfen lassen. Hamas-Politbürochef Chaled Maschaal sagte in seinem sicheren Exil in Damaskus: «Ich kann voller Überzeugung sagen, dass der Feind militärisch völlig gescheitert ist und nichts erreicht hat.» Dagegen sehen die Hamas-Führer vor Ort in Gaza und die meisten Zivilisten eine Waffenruhe als rettenden Strohhalm.
Es wird erwartet, dass die israelische Führung in Kürze entscheidet, ob sie die seit dem 27. Dezember laufende Offensive in die dritte Phase überführt, in der die Armee dann größere Gebiete von Gaza besetzen würde. Dazu müsste sie auf Tausende von Reservisten zurückgreifen, die sie derzeit an der Grenze zum Gazastreifen zusammenzieht.
Bei einem israelischen Bombenangriff ist nach Angaben der Caritas eine Gesundheitsstation der Hilfsorganisation im Gazastreifen zerstört worden, teilte die katholische Hilfsorganisation am Montag in Freiburg mit.. Durch die Attacke israelischer Kampfflugzeuge seien bereits am Freitag die kleine Klinik und vier umliegende Wohnhäuser in der Stadt Gaza vollständig zerstört worden. Die Bewohner des Viertels seien bereits in den Tagen zuvor in zu Notunterkünften umfunktionierte Schulen des Viertels geflohen. Deshalb sei vermutlich niemand verletzt worden.
Blair erklärte in Kairo nach Gesprächen mit dem ägyptischen Staatspräsidenten Husni Mubarak, jeglicher Plan zur Beendigung der Kämpfe müsse einen Stopp des Waffenschmuggels an die Hamas und eine Öffnung der Grenze zum Gazastreifen enthalten. Für eine effektive Bekämpfung des Waffenschmuggels durch Tunnels unter der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen gebe es jetzt eine konkrete Perspektive, sagte Steinmeier und spielte damit auf seine von Ägypten und Israel akzeptierten Vorschläge zur Unterstützung der ägyptischen Grenzsicherung durch Deutschland mit technischen Hilfen und Ausbildern an.
Israel hat indes am Montag arabische Parteien von der Teilnahme an der Parlamentswahl ausgeschlossen. Die Zentrale Wahlkommission des Parlaments sprach sich mit klarer Mehrheit für ein entsprechendes Verbot aus, wie Knessetsprecher Giora Pordes mitteilte. Zur Begründung hieß es, die Parteien würden das Existenzrecht Israels nicht anerkennen und Terrororganisationen unterstützen.
Der 37-köpfigen Wahlkommission gehören Vertreter der großen Parteien an. Eingebracht wurde der Antrag von zwei ultranationalistischen Parteien; er fand dann jedoch breite Unterstützung. Von dem Verbot der Kandidatur bei der Wahl im Februar nicht betroffen sind arabische Abgeordnete in überwiegend jüdischen Parteien und der kommunistischen Partei Hadasch. Von den sieben Millionen Einwohnern Israel sind etwa ein Fünftel Araber. (AP/dpa/nz)

