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Reaktionen auf Merckles Selbstmord: 

«Wir können ihn der Gnade Gottes anbefehlen»

06. Jan 2009 20:16
Pharma-Unternehmer Adolf Merckle
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Tragisches Ende eines erfolgsverwöhnten Großindustriellen: Der Milliardär Adolf Merckle hat sich von einem Zug überfahren lassen.

Nach dem Selbstmord des Unternehmers Adolf Merckle kondoliert die Prominenz. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) zeigte sich erschüttert. «Baden-Württemberg verliert eine große Unternehmerpersönlichkeit. Trotz der Finanzprobleme der letzten Wochen hat Adolf Merckle ein mittelständisches Unternehmen von europäischer Bedeutung aufgebaut. Sein unternehmerisches Vermächtnis bleibt», betonte Oettinger am Dienstag in einer Mitteilung des Staatsministeriums in Stuttgart. Als Unternehmer und Mäzen habe Merckle (74) seine Verantwortung in besonderer Weise wahrgenommen und wurde dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Kühler geht die Vermögensgesellschaft VEM mit dem Tod Merckles um - die Unternehmenssanierung geht weiter. «Der Tod des Unternehmers hat keine Auswirkungen auf den weiteren Sanierungsprozess», teilte eine VEM-Sprecherin am Dienstag in Ulm mit. Die VEM sei im Rahmen der Finanzkrise zuletzt in einen «Liquiditätsengpass» geraten. «Mit dem Bankenkonsortium wurde bereits eine Stillhaltevereinbarung getroffen.»

Sehr verhaltene Trauer

In der VEM-Erklärung wird gewürdigt, Merckle habe «als Familienunternehmer zahlreiche Unternehmen zu nachhaltigem Wachstum geführt und damit die Voraussetzungen für eine dynamische Entwicklung von Wirtschaftsstandorten in ganz Deutschland geschaffen».

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) war zutiefst berührt und schockiert. «Er war ein leidenschaftlicher Unternehmer und bedeutender Mäzen», teilte Schavan am Dienstag in Berlin mit. «Das Gemeinwesen lag ihm immer sehr am Herzen.» Der Unternehmer Merckle mit den Firmen ratiopharm und HeidelbergCement war durch die Finanzkrise und durch Fehlspekulationen in Bedrängnis geraten und hatte seinem Leben ein Ende gesetzt. Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende hat ihren Wahlkreis in Ulm und Umgebung. Dort liegt auch Merckles Heimatstadt Blaubeuren.

Unternehmen mit christlicher Wertebasis

Mit Bestürzung hat auch der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, auf den Tod Merckles reagiert. Er habe Merckle und seine Familie als Menschen kennengelernt, die ihr Unternehmen auf christlicher Wertebasis führten, sagte July dem epd. Es sei tragisch, dass die Merckle-Gruppe in geschäftliche Abgründe geraten sei und der Firmenchef offenbar keinen Ausweg mehr aus dieser Situation gesehen habe, so July. «Wir können ihn nur der Gnade Gottes anbefehlen.» (nz/dpa/AP/epd)

 
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