Bundeswehr in Afghanistan: 

netzeitung.deSelbstmordanschlag verletzt deutsche Soldaten

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Bundeswehrsoldat in Kabul (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundeswehrsoldat in Kabul
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine Fülle von Anschlägen und heftige Kämpfe haben die Spannungen in Afghanistan weiter verschärft. Betroffen war auch eine Bundeswehrpatrouille in der nordafghanischen Provinz Baghlan.

Bei einem neuen Selbstmordanschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan sind am Sonntag mindestens zwei Soldaten verletzt worden. Das Attentat richtete sich nach Angaben eines Bundeswehr-Sprechers gegen einen deutschen Militärkonvoi, der am Sonntag gegen 10.20 Uhr Ortszeit (6.50 Uhr MEZ) mit mehreren Fahrzeugen in der Nähe der nordafghanischen Stadt Baghlan unterwegs war. Dabei seien ein Soldat leicht und ein anderer Soldat «schwerer» verletzt worden. Lebensgefahr bestehe nicht, so der Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam.

Wie der Polizeichef der Provinz, Abdul Rahman Saeed Khail, mitteilte, kam zudem ein afghanischer Zivilist ums Leben, als sich der Attentäter in seinem Fahrzeug neben dem Konvoi in die Luft sprengte. Nach Angaben von Ärzten des Zentralkrankenhauses in Baghlan wurden mindestens zwölf weitere Menschen verletzt, darunter fünf Kinder.

Das bei dem Attentat benutzte Fahrzeug soll nach Informationen aus Sicherheitskreisen in der südafghanischen Unruheprovinz Kandahar zugelassen gewesen sein. Die Region gilt als Hochburg der radikal- islamischen Taliban. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Erst Mitte Oktober waren bei einem Selbstmordanschlag der Taliban nahe der nordafghanischen Stadt Kundus zwei Bundeswehr-Soldaten und fünf Kinder getötet worden.

Pakistan sperrt Grenze
Bei Kämpfen im Süden und Osten von Afghanistan kamen nach Angaben der US-Streitkräfte vom Sonntag mindestens 40 Aufständische ums Leben, unter ihnen allein 30 in der Provinz Helmand. Dort starb auch ein britischer Soldat bei der Explosion eines Sprengsatzes. Er sei mit seinem Fahrzeug auf einen Sprengkörper aufgefahren, teilte das britische Verteidigungsministerium mit.

Auch in den Provinzen Paktia und Urusgan kam es zu blutigen Kämpfen. Unterdessen beschlossen die Behörden in Pakistan aus Sicherheitsgründen, den Grenzübergang nach Afghanistan für Tankfahrzeuge und Lastwagen mit Containern zu stoppen. Die Sperre werde möglicherweise schon am Montag wieder aufgehoben, sagte ein Regierungssprecher. Sollte sie länger dauern, wäre die Versorgung der Nato-Truppen und der US-Streitkräfte in Afghanistan gefährdet.

Freies Geleit für Mullah Omar?
Der afghanische Präsident Hamid Karsai bot am Sonntag dem Taliban-Führer Mullah Omar sicheres Geleit an, falls er sich zu Friedensgesprächen bereitfindet.
Mullah Omar hält sich seit der US-Invasion vor sieben Jahren im Untergrund auf. Es wird vermutet, dass er den Aufstand der Taliban führt. Die Taliban haben auf Appelle für Friedensverhandlungen bisher stets geantwortet, dass erst alle ausländischen Truppen das Land verlassen müssten.

In Afghanistan sind seit 2001 beim Militäreinsatz internationaler Truppen nach Angaben des Internetdienstes icasualties.org mehr als 1000 Soldaten getötet worden. Aus Deutschland kamen 30 Soldaten beim Einsatz im Rahmen der Internationalen Schutztruppe ISAF ums Leben. (dpa)