Positive Prognose für Ex-RAF-Mitglied: 

netzeitung.deChristian Klar kann auf Entlassung hoffen

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Seit 26 Jahren hinter Gittern: Christian Klar (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Seit 26 Jahren hinter Gittern: Christian Klar
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein Gutachten geht nicht von einer Rückfallgefahr aus. Damit steigen die Chancen, dass Klar nach inzwischen 26 Jahren in Haft frei kommt- vielleicht noch vor Weihnachten.

Die Chancen des früheren RAF-Terroristen Christian Klar auf eine baldige Haftentlassung sind deutlich gestiegen. Das Gutachten, auf dessen Grundlage das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart über Klars Freilassung entscheiden wird, geht nicht von einer Rückfallgefahr aus. Der Anwalt Klars bestätigte, dass das Gutachten positiv ausgefallen sei.

Nach Angaben einer Justizsprecherin soll «möglicherweise im November, spätestens im Dezember» entschieden werden, ob der 56-Jährige aus der Justizvollzugsanstalt Bruchsal entlassen wird.
Verurteilung wegen neunfachen Mordes
Klar sitzt seit 1982 im Gefängnis. Er wurde 1985 wegen neunfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. 1998 ordnete das Gericht an, er müsse wegen der «besonderen Schwere der Schuld» mindestens 26 Jahre in Haft verbringen. Diese Frist läuft am 3. Januar 2009 ab. Ob dies der genaue Entlassungstag sein könnte, ließ sein Hamburger Anwalts offen.

Zu Klars Zukunftsplänen äußerte sich Klars Anwalt nicht. Sein Mandant wolle aber definitiv nicht in der Öffentlichkeit auftreten oder sich in der Presse äußern. Der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, hatte vor wenigen Tagen sein Angebot für ein Theater-Praktikum erneuert.

Zweite Generation der Roten Armee Fraktion
Klar gehörte zu den führenden Figuren der sogenannten zweiten Generation der Roten Armee Fraktion (RAF), die für die spektakulären Anschläge im «Deutschen Herbst» des Jahres 1977 verantwortlich war.

Der in Freiburg geborene Klar wurde unter anderem wegen Beteiligung an der Entführung und Ermordung von Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer sowie wegen der Morde an Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto verurteilt. Ein Gnadengesuch Klars hatte Bundespräsident Horst Köhler im vergangenen Jahr abgelehnt. (dpa)