Ypsilantis Irrlauf:
Chronologie des Scheiterns
03.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
4. März: Entgegen ihrer Versprechen im Wahlkampf will Ypsilanti mit der Linken über die Duldung einer rot-grünen Minderheitsregierung verhandeln.
7. März: Wegen des Widerstands der Darmstädter SPD-Abgeordneten Dagmar Metzger lässt Ypsilanti ihren Plan fallen.
23. Juli: Nach dem Sommerurlaub beginnt Ypsilanti ihren zweiten Anlauf. Sie pocht auf die Eigenständigkeit der SPD-Landesverbände in Bündnisfragen.
11. August: Der damalige SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck lässt Ypsilanti freie Hand.
13. August: Der Vorstand der Hessen-SPD beschließt in Frankfurt Regionalkonferenzen. Auf ihnen soll die Parteibasis über eine Regierungsübernahme mit Hilfe der Linken diskutieren.
30. August: Ein Linken-Parteitag stimmt für einen Regierungswechsel gemeinsam mit SPD und Grünen.
3. September: Der SPD-Parteirat formuliert Anforderungen an die Linke. Die neue Partei müsse Verlässlichkeit zeigen, heißt es.
4. - 18. September: Auf den vier Regionalkonferenzen billigt die SPD-Basis Ypsilantis Kurs.
9. September: Ypsilanti trifft sich zu einem ersten Meinungsaustausch mit Fraktion und Vorstand der Linken.
30. September: Erfolgreiche Probeabstimmungen in den Fraktionen von SPD, Grünen und Linken über eine mögliche Wahl von Ypsilanti zur Ministerpräsidentin.
4. Oktober: Die hessische SPD beschließt mit mehr als 98 Prozent die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit den Grünen.
7. Oktober: Erstes Treffen der Verhandlungsdelegationen.
24. Oktober: Nach einer Nachtsitzung einigen sich SPD und Grüne auf einen Koalitionsvertrag. Insbesondere die Vereinbarungen zum Flughafen- und Straßenbau ernten Kritik.
31. Oktober: In einem Mitgliederentscheid stimmt die hessische Linkspartei mit mehr als 90 Prozent für das Tolerierungsmodell.
1. November: Die hessische SPD billigt den Koalitionsvertrag auf einem außerordentlichen Parteitag.
2. November: Auch die Grünen nehmen den Vertrag an. Der Vorstand der Linkspartei erklärt sich ebenfalls einverstanden.
3. November: Einen Tag vor der geplanten Ministerpräsidentenwahl kündigen vier SPD-Abgeordnete an, Ypsilanti ihre Stimmen zu verweigern.
6. November: Die großen Parteien CDU und SPD sprechen sich als letzte für eine Neuwahl aus, weil keine Regierungsmehrheit in Sicht ist.
8. November: Ypsilanti verzichtet auf die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl und schlägt ihren Vertrauten Thorsten Schäfer-Gümbel für die Kandidatur vor.
19. November: Der Landtag löst sich selbst auf. Voraussichtlich am 18. Januar 2009 soll neu gewählt werden. (dpa)

