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Protest in Italien: 

Massenstreiks gegen Berlusconis Reformen

30. Okt 2008 15:47
Auch in Mailand wurde protestiert
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Hunderttausende Italiener haben gegen die Politik von Silvio Berlusconi demonstriert und gestreikt. Sie richten sich gegen die Reform des Bildungswesens, bei der der 130.000 Stellen an Schulen und Universitäten eingespart werden sollen.

Aufruhr in Italien: Mehr als eine Million Menschen hat am Donnerstag im ganzen Land mit einem Generalstreik im Bildungswesen und Massendemonstrationen gegen eine neue Schulreform protestiert. Rund 90 Prozent der öffentlichen Schulen des Landes hätten sich geschlossen an dem Generalstreik beteiligt, berichteten italienische Medien. Landesweit blieben Schulen geschlossen. Die Lehrergewerkschaften hatten zum Streik aufgefordert, weil sie fürchten, dass die Reform auch Personalkürzungen nach sich zieht.

In allen Großstädten von Mailand, Turin und Venedig über Rom bis Palermo fanden Protestumzüge statt. Allein in der italienischen Hauptstadt hätten trotz schlechten Wetters über 800.000 Menschen an der von den Gewerkschaften organisierten Großdemonstration teilgenommen, hieß es weiter. Die Organisatoren sprachen gar von über einer Million Demonstranten.

Übergreifender Protest aller politischen Lager

Unter dem Motto «Gemeinsam für eine Schule für alle» gingen neben Schülern, Studenten, Eltern und Lehrern aus allen politischen Lagern auch Vertreter der Opposition auf die Straße - unter anderem der Chef der Demokratischen Partei, Walter Veltroni. «Dies ist kein politischer Moment, hier handelt es sich um Zukunft des Landes», erklärte Veltroni beim Umzug in Rom.

Hintergrund der landesweiten Protestkundgebungen ist die am Mittwoch trotz wochenlanger Proteste verabschiedete Bildungsreform, die in den nächsten Jahren eine Kürzung von rund 130.000 Stellen an Schulen und Universitäten vorsieht. Hauptvorwurf gegen das Gesetz der Bildungsministerin Mariastella Gelmini ist dabei, dass es sich nicht um eine eigentliche Reform des Bildungswesens handele, sondern um reine Sparpolitik. Die linke Opposition hatte bereits am Mittwoch angekündigt, mit einer Volksabstimmung gegen die Umsetzung der Reform, mit der Milliarden von Euro eingespart werden sollen, vorgehen zu wollen.

Proteste und Krawalle schon am Mittwoch

Vor allem die Änderungen in den Grundschulen und Universitäten sind umstritten: So sollen etwa in den Grundschulen wieder Einheitslehrer statt verschiedener Fachlehrer unterrichten, was die in Italien übliche Ganztagsschule gefährde. An den Hochschulen hingegen sollen Dozenten und Fächer dem Rotstift zum Opfer fallen.

Schon am Mittwoch war es in Rom zu Schlägereien zwischen Anhängern und Gegnern der Regierung gekommen. Während die Abgeordneten im Senatsgebäude in Rom tagten, hatten sich auf der Piazza Navona Anhänger und Gegner der Regierung Schlägereien geliefert. Vier Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Demonstrationen waren auch aus Mailand sowie Neapel und anderen Städten im Süden gemeldet worden.(AP/dpa)

 
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