Fünf Selbstmordanschläge an einem Tag: 

netzeitung.deKonzertierte Terroraktion in Somalia

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Milizen in Somalia (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Milizen in Somalia
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das Land am Horn von Afrika versinkt seit Jahren in Chaos und Gewalt. Ein Friedensvertrag zwischen Rebellen und der Übergangsregierung gab Hoffnung - und wurde nun brutal torpediert.

Bei fünf Selbstmordattentaten in Somalia sind am Mittwoch mindestens 25 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Von den Anschlägen waren die äthiopische Botschaft und das Gelände des UN-Entwicklungsprogramms UNDP in Hargeisa im halbautonomen Somaliland betroffen. Die Attentäter durchbrachen in ihren mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugen den Eingangsbereich und zündeten die Bomben.

Allein in der Hauptstadt der abtrünnigen Republik Somaliland Hargeisa starben nach Angaben eines Krankenhaussprechers 25 Menschen, unter ihnen zwei Ausländer. Die Anschläge richteten sich gegen das Büro der Vereinten Nationen, das ägyptische Konsulat sowie den Präsidentenpalast. Die UN bestätigten, dass ihr Gebäude Ziel eines Autobombenanschlags war. Dabei habe es Tote und Verletzte gegeben, die genaue Zahl sei aber noch nicht bekannt, sagte eine Sprecherin.

Anschläge auf Präsidentenpalast und Geheimdienst
Bei dem Anschlag auf den Präsidentenpalast wurde den Angaben zufolge der Sekretär des politischen Führers von Somaliland, Dahir Riyale Kahin getötet, Kahin selbst blieb unverletzt.

In der benachbarten, halbautonomen Region Puntland verübten Selbstmordattentäter Anschläge auf zwei Einrichtungen des Geheimdienstes, wie die Behörden mitteilten. Dabei wurde in der Hafenstadt Bossaso laut Behördenangaben ein Mitarbeiter getötet, fünf wurden verletzt.

Zu den Taten bekannte sich zunächst niemand. Es wurde jedoch vermutet, dass diese mit politischen Gesprächen über die Zukunft Somalias in Zusammenhang standen, die am Mittwoch im benachbarten Kenia begannen. In der Vergangenheit haben islamische Rebellen zu solchen Anlässen mehrfach Anschläge verübt.

Guerillakrieg gegen die Truppen der Übergangsregierung
Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Regierung mehr. Die islamischen Rebellen haben in letzter Zeit deutlich an Macht gewonnen. Auch die 2004 gebildete Übergangsregierung konnte die Probleme bislang nicht unter Kontrolle bekommen.

Am vergangenen Wochenende hatte die Übergangsregierung und eine Oppositionsallianz vereinbart, dass in der kommenden Woche ein bereits im Juni unterzeichneter Waffenstillstand in Kraft treten solle. Mehrere radikalislamische Milizen, die seit dem Sturz der Union der islamischen Gerichte Anfang 2007 einen Guerillakrieg gegen die Truppen der Übergangsregierung und ihre äthiopischen Verbündeten führen, haben jedoch angekündigt, sie wollten ihren Kampf fortsetzen. (AP/dpa)