Gutachten zu Atommüll-Endlager: 

netzeitung.deSicherung von Asse kostet Milliarden

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Im Atommüllager Asse (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Im Atommüllager Asse
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Seit Jahren rosten Hunderttausende Fässer mit radioaktivem Müll in dem Atommüllager bei Wolfenbüttel vor sich hin. Bisher war geplant, die Stollen zu fluten. Umweltminister Gabriel hat jetzt Alternativen präsentiert.

Das einsturzgefährdete Atommüllager Asse in Niedersachsen kann möglicherweise über 2014 hinaus gesichert werden. Das teilte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch mit. Mit Spezialbeton könnten die Decke des mit radioaktiver Salzlauge kontaminierten Bergwerks bei Wolfenbüttel stabilisiert werden. Hierzu liege jetzt ein Gutachten vor. Befürchtungen, wonach sich die Oberfläche etwa von 2014 an stärker verformen könnte, werde darin widersprochen.

Damit ließe sich Zeit gewinnen, um über die Zukunft der rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Müll in dem alten Salzbergwerk zu entscheiden. Dort dringt seit Jahrzehnten sehr viel Wasser ein und bedroht die sichere Lagerung der Abfälle.

Bisher wird angenommen, dass das Bergwerk ab 2014 nicht mehr betreten werden kann. «Die Gutachter haben einen wichtigen Baustein aufgezeigt, mit dem das kritische Risiko eines steigenden Lösungszutrittes reduziert werden kann», erklärte Gabriel. Nötig seien aber neben dem vorgeschlagenen Einspritzen von Spezialbeton in Hohlräume des Bergwerks noch weitere Maßnahmen.

150 Millionen Euro für 1300 Fässer
Ein zweites Gutachten legt Gabriel zufolge nahe, dass es technisch möglich wäre, zumindest die rund 1300 Fässer mit mittelradioaktivem Müll aus Asse herauszuholen. Dies würde etwa fünf Jahre dauern und 150 Millionen Euro kosten. Das bisherige Schließungskonzept sieht vor, die Asse mit dem Strahlenmüll gezielt zu fluten.

Gabriel sagte, politisch wäre die Rückholung sein Ziel. Sie sei aber nur sinnvoll, wenn sie einen Sicherheitsgewinn brächte. Das Gutachten bringe noch keine letzte Klärung. Deshalb mache «eine Festlegung jetzt keinen Sinn. Ich will keine Enttäuschung produzieren», sagte der Minister. Den Steuerzahler wird die Sanierung der Asse und des ebenfalls einsturzgefährdeten DDR-Endlagers Morsleben in Sachsen-Anhalt nach Gabriels Worten insgesamt vier bis fünf Milliarden Euro kosten.

Zugleich forderte Gabriel die Union auf, sich einem nationalen Standortvergleich für ein atomares Endlager für stark strahlende Atomabfälle nicht länger in den Weg zu stellen. Die Tatsache, dass sie sich nur auf Gorleben in Niedersachsen stütze, führe dort zur Stärkung der Protestbewegung und Verunsicherung der Bürger. Eine Entscheidung müsse spätestens in der nächsten Wahlperiode fallen. (nz/AP/dpa)