10.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Militärmachthaber auf einem Propaganda-Plakat
Foto: Archiv
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Jubelparade anläßlich des 60. Jahrestages der Gründung Nordkoreas ist der Militärmachthaber fern geblieben - und nährt damit Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. US-Geheimdienste diagnostizieren ihm schwerwiegende Erkrankungen.
Der Gesundheitszustand des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il sorgt für Spekulationen. Kim war am Dienstag nicht bei einer Parade in Pjöngjang zum 60. Gründungstag des Staates erschienen und hat sich schon seit Wochen nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt.
Nach Einschätzung der Regierung in Südkorea hat der Machthaber aufgrund einer Krankheit vermutlich einen Zusammenbruch erlitten, ist aber am Leben. «Es ist sicher, dass Kim Jong Il krank ist», zitierte die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Regierungsbeamten. Es sei aber auch sicher, dass er nicht gestorben sei.
Aus US-Geheimdienstkreisen verlautete, der 66-Jährige habe möglicherweise einen Gehirnschlag erlitten. Nach früheren Geheimdienstinformationen aus Seoul leidet der 66-Jährige unter Diabetes und einer chronischen Herzerkrankung. Kim selbst hat dies zurückgewiesen.
In Nordkorea ist man Spekulationen um eine schwere Erkrankung von Kim Jong Il entgegengetreten. Was Kim betreffe, gebe es keine Probleme, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch das protokollarische Staatsoberhaupt und die Nummer Zwei in der Machthierarchie des kommunistischen Landes, Kim Yong Nam, in Pjöngjang. Bereits zuvor hatte ein hoher nordkoreanischer Diplomat laut Kyodo Berichte über den angeblich gesundheitlich schwer angeschlagenen Machthaber als «nicht nur wertlos, sondern Teil einer Verschwörung» verurteilt. (nz/dpa/AP)