Ein Prozessbeginn ist allerdings noch nicht absehbar. Das OLG teilte mit, den Verteidigern sei die Anklage zugestellt und eine Übersetzung für einen der drei Angeschuldigten veranlasst worden. Die Verteidiger könnten nun binnen zwei Monaten Stellung nehmen. Anschließend werde der zuständige Strafsenat prüfen, ob die Anklage zugelassen und ein Hauptverfahren eröffnet werde. Die Männer gehören nach Angaben der Bundesanwaltschaft der international operierenden «Islamischen Dschihad Union» (IJU) an. Aus der nun zugestellten Anklageschrift geht hervor, dass sie nach einem Training in einem Terrorcamp zunächst vor allem möglichen Nachwuchs für die Lagern der IJU rekrutieren sollten. Bereits während der Ausbildung habe das Trio beschlossen, sich nicht im pakistanisch- afghanischen Grenzgebiet zu «opfern», sondern nach Deutschland zurückzukehren und sich hier im Sinne der IJU selbst für den «heiligen Krieg» einzusetzen.
Die Männer hatten vor, Wasserstoffperoxid durch Verdampfen zu konzentrieren und vermengt mit anderen Substanzen zu hochexplosivem Sprengstoff zu mischen. «Die von ihnen bezogene Menge hätte eine explosive Mischung von 550 Kilogramm ergeben, vergleichbar mit der Sprengkraft von etwa 410 Kilo TNT», erklärte die Bundesanwaltschaft. Vorsichtshalber hatten die Fahnder den Inhalt der Fässer vor der Festnahme heimlich gegen eine ungefährliche Mischung ausgetauscht. (dpa)