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Proteste in Thailand: 

Tausende Touristen sitzen in Phuket fest

30. Aug 2008 11:59
Demonstranten legen das öffentliche Leben lahm
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Demonstranten belagern weiterhin Regierungsgebäude in Bangkok. Auf der Ferieninsel Phuket ist der Flughafen gesperrt. Im Ringen um eine politische Lösung will das Parlament zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Die internationalen Flughäfen in den thailändischen Touristenzentren Phuket und Krabi sind wegen anhaltender Proteste am Samstag den zweiten Tag in Folge geschlossen geblieben. Wann die Flüge wieder beginnen können, war noch unklar. Demonstranten hinderten Passagiere daran, die Flughäfen zu betreten. In Phuket saßen tausende Touristen fest. Der ebenfalls im Süden des Landes gelegene Flughafen von Hat Yai konnte seinen Betrieb wieder aufnehmen, die beiden Flughäfen in Bangkok sind von den Protesten nicht betroffen. Der Zugverkehr kam aber weitgehend zum Erliegen.

Von den Flughafenblockaden sind bisher nur wenige deutsche Urlauber betroffen. Es sei dort zurzeit keine Hauptsaison, sagte ein Sprecher des Reisekonzerns TUI. Etwa ein Dutzend TUI-Reisende könnten nicht wie geplant die Rückreise antreten; sie seien in ihren Hotels geblieben. TUI rechnet damit, dass sich der Betrieb Anfang kommender Woche normalisiert.

Sondersitzung des Parlaments

Unter dem Druck tausender Demonstranten und wachsender Streiks hat die thailändische Regierung für Sonntag eine Sondersitzung des Parlaments einberufen. Das berichtete die thailändische Nachrichtenagentur TNA. Noch immer hielten mehr als 3000 Menschen ein Regierungsgelände in Bangkok besetzt und forderten den Rücktritt der Regierung. Gewerkschaften kündigten Solidaritätsstreiks an, um die Forderungen der Demonstranten zu unterstützen. Die Proteste werden von Oppositionspolitikern angeführt, gegen die Haftbefehle wegen versuchten Umsturzes verhängt worden sind.

Die sich ausweitenden Proteste setzen Ministerpräsident Samak (73) immer stärker unter Druck. Er eilte in die südliche Stadt Hua Hin zu einem Krisentreffen mit König Bhumibol Adulyadej. Das ist in der Regel ein Zeichen, dass Bewegung in eine festgefahrene Situation kommt.

Kein Ausnahmezustand

Samaks Amtssitz wurde inzwischen schon den fünften Tag in Folge von Demonstranten besetzt gehalten. «Der Protest hat sich zu einer Volksrevolution entwickelt», sagte einer der Organisatoren, Sondhi Limthongkul. «Ich bin überzeugt, dass Samak zurücktreten wird.» Samak hat einen Rücktritt bislang strikt abgelehnt.

Der einflussreiche Armeechef Anupong Paochinda lehnte die Aufforderung Samaks ab, einen Ausnahmezustand auszurufen, wie aus Kreisen der Militärführung verlautete. Der General hat zugesichert, dass die Armee nicht in den Konflikt eingreifen wird.

Wut über Korruption

Die Führer der konservativen Protestbewegung um die Volksallianz für Demokratie (PDA) unterstützen den Militärputsch von 2006, bei dem der damalige Regierungschef Thaksin Shinawatra gestürzt wurde.

Dem im Dezember 2007 gewählten Ministerpräsidenten Samak wirft die Protestbewegung vor, von Thaksin gesteuert zu werden. Die Demonstranten machen die vom Westen beeinflusste Demokratie dafür verantwortlich, dass die Korruption zunimmt. Sie schlagen vor, dass das Parlament künftig nur noch zu einem Drittel direkt gewählt wird. Die restlichen Abgeordneten sollen ernannt werden. (nz/AP/dpa)

 
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