Georgien-Konflikt: 

netzeitung.deRussland will Südossetien «absorbieren»

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Russische Panzer sollen dauerhaft in Südossetien bleiben (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Russische Panzer sollen dauerhaft in Südossetien bleiben
Foto: AP
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Was viele befürchtet haben, wird nun zur Gewissheit: Russland will in Südossetien und Abchasien dauerhaft militärisch präsent bleiben und Militärbasen einrichten. In einigen Jahren werde man «zusammen in einer russischen Republik leben», so ein führender Politiker der von Georgien abtrünnigen Region.

Die Moskauer Anerkennung Südossetiens als unabhängiger Staat ist offenbar nur ein Zwischenschritt zur Einverleibung der Region in die Russische Föderation. Laut einem russischen Medienbericht wird Russland in Abchasien und Südossetien dauerhaft insgesamt drei Stützpunkte einrichten. Dabei würden die Basen aus Sowjetzeiten reaktiviert. In Abchasien sollen den Angaben zufolge Stützpunkte in Gudauta und Otschamschira entstehen und in Südossetien in der Stadt Dschawa.

Der Parlamentspräsident Südossetiens, Snaur Gassijew, sagte am Freitag, der russische Präsident Dmitri Medwedew und der südossetische Führer Eduard Kokoiti hätten sich darauf bei einem Treffen in Moskau in dieser Woche verständigt. Russland werde Südossetien «in einigen Jahren» oder früher absorbieren, so Gassijew sagte. Diese Position sei von Medwedew und Kokoiti mit Nachdruck erklärt worden.

Gassijews Stellvertreter, Tarsan Kokoiti, erklärte laut der Agentur Interfax, am kommenden Dienstag (2. September) werde in Zchinwali ein Abkommen über die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Südossetien unterzeichnet. Die Südosseten hätten das Recht zur Vereinigung mit Nordossetien, das zu Russland gehört. «Wir werden zusammen in einer russischen Republik leben», so Kokoiti.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch teilte unterdessen in New York mit, dass Satellitenaufnahmen der UN Beweise für die systematische Zerstörung von fünf georgischen Dörfern im südossetischen Gebiet geliefert hätten. Flüchtlinge unter anderem aus Tamarascheni und Kurta hatten berichtet, dass ossetische Militärs ungeachtet der offiziell beendeten Kampfhandlungen die Dörfer geplündert, niedergebrannt und unter Dauerbeschuss genommen hätten. Georgien sprach daraufhin von einer «ethnischen Säuberung». (nz/AP/dpa)