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Obama verspricht eine neue Politik: 

«Wir sind besser als die letzten acht Jahre»

29. Aug 2008 07:42
Obama läßt sich von seinen Anhängern feiern
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Der demokratische Präsidentschaftskandidat hat seine Nominierung mit «tiefer Dankbarkeit und großer Demut» akzeptiert. Bei seiner Rede in Denver verspricht er vor Tausenden jubelnden Anhängern, den Amerikanischen Traum wiederzubeleben.

Der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Barack Obama, hat vor mehr als 80.000 Menschen im Footballstadion von Denver eine grundsätzliche Wende in der US- Politik im Inneren wie nach außen gefordert. Der schwarze Senator aus Illinois rief am Donnerstagabend in seiner mit Spannung erwarteten Antrittsrede als offizieller Kandidat seiner Partei bei der Präsidentschaftswahl die Amerikaner auf, einen endgültigen Schlussstrich unter die Politik von US-Präsident George W. Bush zu ziehen.

«Amerika, wir sind besser als diese letzten acht Jahre... Wir lieben dieses Land zu sehr, als dass die kommenden vier Jahre aussehen wie die vergangenen acht», betonte der 47 Jahre alte Demokrat. Es sei keine Zeit «für kleine Pläne». Amerika müsse endlich den Menschen ohne Arbeit und in wirtschaftlicher Not, den alleingelassenen Veteranen des Krieges oder den Familien und Kindern ohne Krankenversicherung beistehen. «Heute sage ich den Amerikanern,... genug!» Die USA brauchten den Wandel.

«Mit tiefer Dankbarkeit und großer Demut akzeptiere ich die Nominierung für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten», waren die ersten Worte der 46-minütigen Grundsatzrede Obamas zum Ende des Parteitags der Demokraten. Die USA befänden sich in einem «entscheidenden Moment unserer Geschichte.» Wirtschaftskrise und die Belastungen des Krieges im Irak setzten dem Land zu und seien zum großen Teil Resultat der «gescheiterten Politik von George W. Bush. «Am 4. November müssen wir aufstehen und sagen «Acht ist genug».

McCain versteht die Probleme des Landes nicht

Obama kritisierte scharf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain als einen Mitläufer von Bush, der in der Vergangenheit zu 90 Prozent mit dem republikanischen Präsidenten gestimmt habe. McCain stehe auch «allein in seiner halsstarrigen Weigerung, einen fehlgeleiteten Krieg zu beenden.» Er glaube nicht, so Obama, dass McCain sich nicht um Amerika kümmere, aber er verstehe einfach die Probleme des Landes nicht.

Seit zwei Jahrzehnten unterstütze McCain die «alte, diskreditierte Philosophie der Republikaner», nämlich den Reichen immer mehr zu geben, in der Hoffnung, alle anderen würden ebenfalls vom Wachstum profitieren. Diese Politik aber sei gescheitert. «Es ist Zeit, Amerika zu verändern!» - und das Versprechen Amerikas, den Amerikanischen Traum wiederzubeleben, der jedem faire Chancen eröffne. Obama kündigte an, 95 Prozent der amerikanischen Familien steuerlich entlasten zu wollen. Zugleich sollen «Steuerschlupflöcher» gestopft und Steuervergünstigungen für Konzerne und die Reichen gestrichen werden.

Kein konkreter Abzugstermin

Republikanischer Rivale John McCain
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Der Senator aus Illinois bekräftigte seine Absicht zur Beendigung des Irakkrieges, nannte allerdings keinerlei konkreten Zeitpunkt für einen Rückzug der US-Truppen. «Ich werde den Krieg im Irak verantwortungsbewusst beenden und den Kampf gegen Al Qaeda und die Taliban in Afghanistan zu Ende führen», sagte Obama. Noch vor einigen Wochen hatte Obama versprochen, die US-Truppen innerhalb von 16 Monaten aus dem Irak zu holen. Obama will auch die US-Streitkräfte neu organisieren, damit sie in künftigen Konflikten bestehen können. Im Atomkonflikt mit dem Irak werde er im Falle seines Wahlsiegs das Mittel einer «harten, direkten Diplomatie» anwenden, um Teheran «daran zu hindern, Atomwaffen zu bekommen».

«Ich werde neue Partnerschaften bauen, um die Bedrohungen des 21. Jahrhunderts zu besiegen.» Zu den Bedrohungen zählte Obama den internationalen Terrorismus, die Weitergabe von Atomwaffen, Armut und Völkermord sowie den Klimawandel. Zugleich wolle er «das moralische Ansehen» Amerikas in der Welt verbessern.

Mehrere Redner erinnerten zum Ende des viertägigen Parteitags daran, dass vor genau 45 Jahren der Bürgerrechtler Martin Luther King (1904-1968) seine berühmte Rede «I have a dream» (Ich habe einen Traum) über eine Gesellschaft ohne Rassenschranken gehalten hat. Martin Luther King III., Sohn des 1968 Ermordeten, meinte, sein Vater «wäre stolz auf Barack Obama gewesen, stolz auf die Partei, die ihn nominiert hat, und stolz auf das Amerika, das ihn wählen wird». Obama selbst erwähnte das historische Datum nur am Rande.

Mehr als nur ein großer Präsident nötig

Martin Luther King III. warnte aber vor überzogenen Erwartungen an einen möglichen Präsidenten Obama. «Amerika braucht mehr als einen großen Präsidenten, um den Traum meines Vaters zu verwirklichen». Der schwarze Bürgerrechtler King hatte jahrelang den Kampf gegen die Rassenschranken in den USA angeführt.

Der Friedensnobelpreisträger und ehemalige US-Vizepräsident Al Gore rief die Amerikaner auf, die Herrschaft der Lobbyisten und Umweltverschmutzer in den USA zu beenden. Seit 50 Jahren folge die republikanische Partei den Vorgaben der Öl- und Kohleindustrie. Dagegen biete Obama Gewähr, dass die Zeit der Dominanz von Interessengruppen in Washington beendet werde. John McCain stehe für Gedankenlosigkeit in der Umweltpolitik. Ein Ende der Öl-Abhängigkeit sei nicht nur klimapolitisch wichtig, sondern sei auch wichtig für die Überwindung der US-Wirtschaftskrise und liege im Sicherheitsinteresse der USA. «Wir borgen uns Geld aus China, um Öl zu kaufen im Persischen Golf, das wir dann in einer Weise verbrennen, die die Zukunft der menschlichen Zivilisation zerstört.»

Mit Feuerwerk und Konfettiregen endete die mehrstündige Veranstaltung, auf der auch zahlreiche Popstars wie der Soulsänger Stevie Wonder oder die Rocksängerin Sherryl Crow auftraten. (dpa)

 
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