Nato-Manöver im Schwarzen Meer:
USA weichen direkter Truppenbegegnung aus
27. Aug 2008 14:18
 |  Die "Dallas" am Hafen von Batumi | Foto: AP |
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Das zweite US-Kriegsschiff ist an einem georgischen Hafen angekommen. Insgesamt werden in nächster Zeit 18 Nato-Kriegsschiffe im Schwarzen Meer kreuzen. Es sei ein lange geplantes Manöver, sagt die Nato. Es ist eine Provokation, sagt Russland.
Die USA sind einen Tag nach der Moskauer Anerkennung der abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien einer direkten Konfrontation mit Russland ausgewichen. Ein Schiff der US-Küstenwache mit Hilfsgütern machte am Mittwoch statt in dem von russischen Truppen umstellten Hafen Poti im südlicher gelegenen Batumi fest.
Das US-Küstenwachtschiff «Dallas» erhielt nach Angaben der US-Botschaft in Tiflis «von höchster Stelle im Pentagon» den Befehl, Batumi anzulaufen. Poti soll Berichten zufolge in dem kurzen Krieg Anfang des Monats von russischen Streitkräften schwer beschädigt worden sein. Russische Truppen halten auch nach dem Rückzug der meisten Einheiten noch Kontrollposten an nördlichen Ausgängen der Stadt besetzt.
Am Sonntag hatte ein erstes US-Kriegsschiff, der Zerstörer «USS McFaul», vor Batumi festgemacht. Russische Militärs äußerten die Besorgnis, an Bord der US-Schiffe könnten Waffen für die georgische Armee sein.
18 Nato-Schiffe im Manöver auf dem Schwarzen Meer
Sergej Bagapsch, Präsident der von Russland anerkannten Provinz Abchasien, bot der Militärführung in Moskau an, einen Teil ihrer Schwarzmeerflotte vorübergehend an der abchasischen Küste zu stationieren. Der russische Vize-Generalstabschef Anatoli Nogowizyn erteilte derlei Überlegungen allerdings eine Absage.
Obwohl Moskau beunruhigt davon sei, dass die Nato in Kürze offiziell zu Manöverzwecken mit 18 Schiffen im Schwarzen Meer präsent sei, plane Russland keine Entsendung weiterer eigener Schiffe, sagte Nogowizyn am Mittwoch. Die Nato erhöhe allerdings mit dieser massiven Präsenz die Spannungen in der Region, kritisierte der General.
Die Nato betonte dagegen, dass ihr seit langem geplantes Manöver im Westteil des Schwarzen Meeres vor den Küsten Bulgariens und Rumäniens nichts mit dem Konflikt im Südkaukasus zu tun habe. Aus dem deutschen Verteidigungsministerium hieß es, an dem seit über einem Jahr geplanten Manöver mit Schiffen aus den USA, Polen und Spanien beteilige sich auch die Fregatte «Lübeck». Fahrten in die Nähe der zerstrittenen Länder Russland und Georgien seien aber nicht geplant.
Georgische Drohnen über Südossetien
Trotzdem will Russland seine Militärpräsenz in Abchasien und Südossetien vorerst nicht verstärken. Der derzeitige Aufenthalt von mehreren hundert Soldaten sei im Einklang mit dem von Frankreich mit ausgehandelten Sechs-Punkte-Plan, so Vize-GeneralstabschefNogowizyn. Dagegen ziehe Georgien in mehreren Landesteilen Soldaten zusammen und stelle damit die Einsatzfähigkeit seiner Armee wieder her. Außerdem habe Georgien in den vergangenen Tagen unbemannte Aufklärungsflüge über Südossetien ausgeführt. Der Einsatz sogenannter Drohnen stehe jedoch im Widerspruch zum Sechs-Punkte-Plan. Nogowizyn hatte bereits zuvor die Führung in Tiflis gewarnt, dass Russland die Flugobjekte abschießen werde. (AP/dpa)