Umfragetief:
SPD nur noch fünf Prozent vor der Linken
27. Aug 2008 11:09
 |  SPD-Logo: 20-Prozent-Partei | Foto: AP |
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«Wir werden eine ordentliche Ohrfeige bekommen» prophezeit nun selbst ein SPD-Politiker mit Blick auf die nächste Bundestagwahl. Aktuelle Umfrageergebnisse bestätigen die pessimistische Prognose.
Gut ein Jahr vor der Bundestagswahl liegt die Linkspartei in Umfragen auf Rekordniveau - und nur noch fünf Prozentpunkte hinter der SPD. In einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Erhebung des Magazins «Stern» sowie des Fernsehsenders RTL legte die Linke im Vergleich zur Vorwoche noch einmal um einen Punkt zu und erreichte mit 15 Prozent ihren bisherigen Höchststand. Die SPD kam bei Forsa zum dritten Mal in Folge nur auf 20 Prozent.
Die Union liegt in dieser Umfrage unverändert mit 37 Prozent klar vorne, während FDP und Grüne jeweils einen Punkt verloren und nun noch auf 12 beziehungsweise 10 Prozent kommen. Für sonstige Parteien würden sich 6 Prozent der Wähler entscheiden.Damit würde sich für eine schwarz-gelbe Koalition aus CDU/CSU und FDP mit zusammen 49 Prozent ein Vorsprung von vier Punkten gegenüber SPD, Grünen und Linkspartei ergeben, die zusammen auf 45 Prozent kämen.
Klose blickt pessimistisch auf die nächste Bundestagswahl
Pessimistische Prognosen bekommt die Partei auch aus den eigenen Reihen zu hören. Der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Klose sagte der SPD bei der Bundestagswahl im September 2009 eine deftige Niederlage voraus. «Ich rechne damit, dass wir 2009 eine ordentliche Ohrfeige bekommen», sagte der Bundestagsabgeordnete der «Sächsischen Zeitung». Aus Angst, noch mehr Wähler an die Linke zu verlieren, habe es die SPD versäumt, die Erfolge der Reform-«Agenda 2010» selbstbewusst zu vertreten. «Die SPD hätte sagen müssen: Es war sehr schwer, wir haben ordentlich was auf die Mütze gekriegt, aber heute haben wir zwei Millionen Arbeitslose weniger.»
«Wir haben weder das Personal, noch die Gelassenheit»
Klose äußerte zudem die Befürchtung, die SPD werde noch lange in der Krise stecken. «Da kommen wir so schnell nicht raus. Weder haben wir das Personal dafür, noch die Gelassenheit, mit dieser Herausforderung umzugehen», sagte der SPD-Politiker. Bei einer Fortsetzung der Großen Koalition werde es der Partei kaum gelingen, sich zu erholen.Bündnissen mit der Linken auf Bundesebene erteilte Klose eine Absage: «Als Außenpolitiker muss ich allerdings sagen: Auf Bundesebene ist eine Koalition mit der Linken völlig ausgeschlossen. Mit einer Partei, die sogar Europa ablehnt, geht es nicht.» Er hoffe, dass die SPD diese klare Haltung auch durchhalte, sagte Klose. (AP/dpa)