Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Konflikt im Kaukasus: 

Russland blockiert UN-Sicherheitsrat

22. Aug 2008 07:07
Demonstrant in Poti
Bild vergrößern
Im UN-Sicherheitsrat geht es derzeit zu wie in tiefsten Zeiten des Kalten Krieges. Russlands Diplomaten und die Vertreter der westlichen Staaten kontern sich gegenseitig aus.

Der UN-Sicherheitsrat hat sich nicht auf eine Resolution zum Konflikt im Kaukasus einigen können. Die USA, Frankreich und Großbritannien bestanden nach Angaben von UN-Diplomaten weiterhin auf einem sofortigen Abzug der russischen Truppen aus Georgien sowie russischen Garantien für die territoriale Integrität Georgiens. Moskau stellte seinerseits einen eigenen Resolutionsentwurf fertig. UN-Botschafter Witali Tschurkin ließ aber nicht erkennen, wann dieser Entwurf zur Abstimmung gestellt würde.

In ihm wird im wesentlichen ein Sechspunkteplan des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy bekräftigt, den Russland und Georgien in der vergangenen Woche unterzeichnet haben.

Die Mehrheit der 15 Ratsmitglieder sprach sich dagegen für weitere Verhandlungen aus, um eine Konsenslösung erreichen. «Die meisten Mitglieder bestehen darauf, dass der Sicherheitsrat geschlossen auftreten sollte», sagte der französische UN-Botschafter Jean-Pierre Lacroix.

Die westlichen Länder bestehen auf einer Zusicherung der territorialen Integrität Georgiens. Diese Frage ist allerdings nicht in dem von Sarkozy vorgeschlagenen Sechs-Punkte-Friedensplan enthalten. «Die sechs Prinzipien sind völlig klar. Sie liegen auf dem Tisch», sagte Russlands Botschafter Tschurkin. «Und wir fordern alle Beteiligten auf, sie umzusetzen. Das ist eine sehr geradlinige Sache.»

Der amerikanische UN-Botschafter Alejandro Wolff konterte: «Unsere Verantwortung bedeutet nicht, einfach Dinge abzusegnen.» Zunächst müsse der russische Truppenabzug entschiedener vorangehen. Zudem sei zu klären, wo und in welcher Stärke die russische Friedensmission im Land bleiben dürfe.

Unterdessen hat der georgische Präsident Michail Saakaschwili hat mit US-Präsident George W. Bush über die Lage in seinem Land beraten. In dem Telefonat am Donnerstag erklärte Bush nach Angaben des Weißen Hauses, die USA erwarteten von Russland, sich an die Vereinbarung über einen Abzug seiner Truppen aus der ehemaligen Sowjetrepublik zu halten und die Belagerung Georgiens zu beenden. Russland hat zugesagt, bis Freitag einen Abzug seiner Truppen auf die Positionen vor Ausbruch der jüngsten Kämpfe abzuschließen. Am Donnerstag befanden sie sich noch tief in georgischem Gebiet. (AP/dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
 
«Außergewöhnliche Umstände»: 
Merkel und Sarkozy wollen Stabilitätspakt lösen
Alternative Energien, alternative Lieferanten: 
Brüssel macht sich auch für Atomkraft stark
 
Koalition einigt sich bei Online-Durchsuchung: 
BKA-Trojaner erhält Verfallsdatum
Trauerfeier zu Afghanistan-Soldaten: 
Jung würdigt Verdienste «gefallener Soldaten»
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.