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Vertrag unterschrieben: 

«Patriots» für Polen feierlich importiert

20. Aug 2008 12:39, ergänzt 13:31
Sie sind sich über die Raketenabwehr einig
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US-Abfangraketen sollen ab 2015 auf polnischem Boden einsatzbereit sein. Das Abkommen ist in Warschau von den Außenministern unterzeichnet worden. Für eine Retourkutsche der Russen steht Syrien bereit.

US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihr polnischer Kollege Radoslaw Sikorski haben am Mittwoch in Warschau das Abkommen über die Stationierung eines US-Raketenschilds in Polen unterzeichnet. An der feierlichen Zeremonie nahmen auch Polens Staatspräsident Lech Kaczynski und Regierungschef Donald Tusk teil. Die Vereinbarung sieht den Aufbau eines US-Stützpunkts mit zehn Abfangraketen im Norden des Landes vor.

Eine Radarstation in Tschechien soll die Daten für einen Abschuss fremder Raketen liefern. Das gesamte System soll ab 2015 einsatzfähig sein. Im Gegenzug verpflichten sich die USA, Polen Luftabwehrraketen vom Typ Patriot zur Verfügung zu stellen. Geplant sind ferner US-Finanzhilfen für die polnischen Streitkräfte.

Der Schild könne die Bedrohung durch Raketenangriffe aus dem Iran oder Nordkorea abwenden, sagte Rice am Mittwoch nach einem Treffen mit dem polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski in Warschau. «Dieses System ist rein defensiv und gegen niemanden gerichtet», versicherte die US-Außenministerin. Das Projekt bestätige die strategische Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Polen und den USA.

Stichwort: Raketen-Abwehrsystem «Patriot»
Das Waffensystem «Patriot» dient der Abwehr von Flugzeug- und Raketenangriffen. Bei dem von den USA entwickelten System gehören zu jeder Einheit acht mobile Startrampen mit jeweils vier Flugkörpern. Sie sind samt Abschussrohren, Radar und Kontrollstation auf Lastwagen montiert. Das System kann mehrere Ziele gleichzeitig aufspüren, seine Wirksamkeit ist allerdings umstritten.

Die bis zu 5,3 Meter langen Flugkörper haben einen Durchmesser von 41 Zentimetern und sind etwa 900 Kilogramm schwer. In einer neueren Version wiegen die Raketen bei geringerem Durchmesser 312 Kilogramm. Die Flugkörper erreichen fast vierfache Schallgeschwindigkeit und können Ziele in einer Höhe von bis zu 30 Kilometern und einer Entfernung von mehr als 100 Kilometern treffen.

Der Stückpreis einer Rakete betrug bei der Einführung in den USA 1982 etwa 700 000 Dollar.

Kaczynski sagte, die Vertragsunterzeichnung bedeute die Verwirklichung eines strategischen Ziels. Er sprach von einem großen Erfolg für Polen und einer Stärkung der Weltmachtstellung der USA, des «noch lange mächtigsten Landes auf der Welt». Rice und ihr polnischer Kollege Radoslaw Sikorski wollen das Abkommen am Mittag feierlich unterzeichnen.

Russland hatte bereits bei der vorläufigen Unterzeichnung des Abkommens vergangene Woche mit kaum verhüllten Drohungen reagiert. «Indem Polen dieses System stationiert, macht es sich selbst zum Ziel eines Angriffs – hundertprozentig», sagte General Anatoli Nogowizyn. Er fügte hinzu, dass nach russischer Militärdoktrin auch der Einsatz von Atomwaffen erlaubt sei. Die Raketenstellung mit zehn Abfangraketen soll im Norden Polens, 180 Kilometer von der russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg) entfernt, gebaut werden. Die Nato wies die russische Reaktion in ungewöhnlich scharfen Worten zurück. «Das ist pathetische Rhetorik», sagte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer in Brüssel. «Es ist nicht hilfreich und führt zu nichts.»

Syrien ist grundsätzlich zur Stationierung russischer Raketen als Reaktion auf das in Mitteleuropa geplante US- Raketenabwehrsystem bereit. «Ich denke, Russland sollte wirklich über Gegenschritte nachdenken, um gegen seine Umzingelung vorzugehen», sagte der syrische Präsident Baschar al-Assad der russischen Zeitung «Kommersant». Es gebe aber weder konkrete Vereinbarungen, noch habe man bereits verhandelt, betonte Al-Assad, der am Mittwoch in Moskau Gespräche mit Kremlchef Dmitri Medwedew führen wollte. Ebenfalls am Mittwoch stand in Warschau die Unterzeichnung eines Abkommens zur Stationierung von US-Abwehrraketen in Polen an. (AP/dpa)

 
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