Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Ab ins Arbeitslager: 

Alte Frauen in China verurteilt

20. Aug 2008 11:25
Im Schatten der Olympiade greift die Regierung hart durch
Bild vergrößern
Sie wollten nur ihr Heim behalten – nun müssen zwei Chinesinnen damit rechnen, ins Arbeitslager zu kommen. Während der Olympischen Spiele haben sie gegen die Zwangsräumung ihrer Wohnung protestiert.

Zwei betagte Frauen müssen nach einer Entscheidung der chinesischen Behörden ein Jahr in einem Arbeitslager verbringen, weil sie während der Olympischen Spiele gegen eine Zwangsräumung protestieren wollten. Der Sohn einer der Frauen, Li Xuehui, sagte am Mittwoch, die Familie sei am Sonntag davon unterrichtet worden. Beide Frauen im Alter von 79 und 77 Jahren hielten sich aber noch zu Hause auf.

Li erklärte, die Behörden hätten kein Grund für die Inhaftierung seiner Mutter Wu Dianyuan und ihrer Nachbarin Wang Xiuying genannt. «Wang Xiuying ist fast blind und gelähmt», sagte er telefonisch. «Was für eine Umerziehung durch Arbeit soll bei ihr erreicht werden? Aber sie können jederzeit abgeholt werden.» Die beiden Frauen hatten wiederholt versucht, die Erlaubnis für eine Protestaktion an einem von drei ausgewiesenen Plätzen zu bekommen.

«Versuch der Einschüchterung»

Sie mussten 2001 ihre Häuser in Peking für ein Bauprojekt räumen und legten bereits mehrfach Widerspruch dagegen ein. In diesem Jahr protestierten sie 16 Mal in Peking. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnete die Anordnung zum Arbeitslager als Versuch der Einschüchterung. Die chinesischen Behörden haben rund um die Wettkampfstätten besondere Zonen eingerichtet, in denen Demonstrationen zugelassen werden sollten.

Die Anträge dazu sollten fünf Tage vorher eingereicht und innerhalb von 48 Stunden beantwortet werden. Bisher wurden nach offiziellen Angaben vom Montag 77 Anträge eingereicht, die aber alle zurückgezogen, ausgesetzt oder nicht genehmigt wurden.

Die chinesische Polizei nahm am Dienstag fünf amerikanische Demonstranten fest, die in der Nähe des Pekinger Olympiastadions ein Plakat mit der Aufschrift «Befreit Tibet» entrollt hatten. Die Demonstranten wurden von Sicherheitskräften an einen unbekannten Ort gebracht, wie die Gruppe Students for a Free Tibet in der chinesischen Hauptstadt mitteilte.

Festgenommen wurde demnach auch ein New Yorker Graffiti-Künstler, der mit Laserstrahlen ebenfalls die Botschaft «Befreit Tibet» auf bekannte Gebäude in Peking projizieren wollte. Die chinesischen Sicherheitsbehörden erklärten, ihnen lägen keine Informationen zu den Protestaktionen vor. (AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
 
«Außergewöhnliche Umstände»: 
Merkel und Sarkozy wollen Stabilitätspakt lösen
Alternative Energien, alternative Lieferanten: 
Brüssel macht sich auch für Atomkraft stark
 
Koalition einigt sich bei Online-Durchsuchung: 
BKA-Trojaner erhält Verfallsdatum
Trauerfeier zu Afghanistan-Soldaten: 
Jung würdigt Verdienste «gefallener Soldaten»
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.