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Risikozone Olympia: 

Terroranschlag in China fordert Tote

04. Aug 2008 08:35, ergänzt 08. Aug 2008 11:49
Terrorgruppen warnen vor den Spielen vor Anschlägen
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Nahe der Grenze zu Tadschikistan explodierten Granaten. Hier leben viele Uiguren, die sich von der chinesischen Regierung unterdrück fühlen. Das IOC sieht jedoch kein Sicherheitsproblem für die olympischen Spiele.

Bei einem möglichen Terroranschlag von «Aufrührern» auf eine Station der Grenzpolizei in Kashgar in Nordwestchina sind nach amtlichen Angaben am Montag 16 Grenzpolizisten getötet worden. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, seien 16 Polizisten verletzt worden. Die beiden Angreifer seien festgenommen worden.

Mit einem Kipplaster hätten sie versucht, eine Gruppe von Polizisten beim morgendlichen Lauftraining außerhalb des Divisionsstützpunktes in Kashgar umzufahren. Das Fahrzeug sei aber gegen einen Strommasten geprallt. Die Angreifer seien ausgestiegen und hätten Granaten auf die Baracken geworfen, die explodiert seien. Einer der beiden Festgenommenen sei bei dem Anschlag am Bein verletzt worden.

Die Staatsagentur machte zunächst keine Angaben über das Motiv des Anschlags in der Stadt nahe der Grenze zu Tadschikistan. Vor den Olympischen Spielen in Peking hatten Chinas Sicherheitsbehörden wiederholt vor Anschlägen angeblicher uigurischer Terrorgruppen gewarnt. Viele Uiguren, die sich als Turkvolk ethnisch von Chinesen unterscheiden, wehren sich gegen die chinesische Fremdherrschaft in Xinjiang und beklagen kulturelle und politische Unterdrückung.

Einige suchen auch die Wiederherstellung ihrer früheren ostturkestanischen Republik. Deswegen zählt Xinjiang, wo acht Millionen Uiguren leben, zu den Unruheregionen Chinas. Nach der Gründung der Volksrepublik 1949 hatten sich die Kommunisten die Region einverleibt.

Trotz des mutmaßlichen Terroranschlags im Nordwesten Chinas befürchtet das Internationale Olympische Komitee (IOC) kein Sicherheitsproblem für die Olympischen Spiele in Peking. «Wir sind sicher, dass die chinesischen Behörden alles Mögliche getan haben, die Sicherheit aller Anwesenden bei den Spielen zu garantieren», erklärte IOC-Sprecherin Giselle Davies am Montag in der chinesischen Hauptstadt. Es sei zu diesem Zeitpunkt für das IOC nicht angebracht, diesen Vorfall weiter zu kommentieren. «Wir drücken den Familien der Opfer unser Beileid aus», sagte Davies.

DOSB-Präsident Thomas Bach bedauerte den Anschlag «zutiefst» und sprach den Familien der 16 Getöteten sein Beileid aus. Der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sah allerdings keine Verbindung zu den Olympischen Spielen. «Offensichtlich besteht nach den bisherigen Informationen kein Zusammenhang zu Olympia», sagte der Jurist aus Tauberbischofsheim, «wir haben volles Vertrauen in die Sicherheitsvorkehrungen der chinesischen Olympia- Organisatoren».

Im Vorfeld der Spiele hatte die chinesische Polizei berichtet, seit Jahresanfang 82 uigurische «Terroristen» festgenommen zu haben, die Anschläge gegen Olympia geplant haben sollen. Im März war auch von einem versuchten Anschlag uigurischer Separatisten auf ein Flugzeug die Rede, ohne dass konkrete Beweise bekannt wurden. Vor einer Woche tauchte ein Internetvideo mit einem Terroraufruf einer angeblichen uigurischen «Turkestanischen Islamische Partei» auf, das ausländische Experten und die chinesische Polizei aber als fragwürdig einstuften.

Während China uigurische Separatisten als größte Bedrohung beschreiben, haben die von China als «Terroristen» gebrandmarkten Exilführer der muslimischen Uiguren im Ausland allerdings bisher keineswegs zu Störungen der Sommerspiele aufgerufen.

Zur Eröffnung im Nationalstadion werden am Freitag bis zu 90 Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter US-Präsident George W. Bush und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der als amtierender EU- Ratspräsident auch die Europäische Union vertritt. (dpa)

 
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