28.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
In der Brüsseler Innenstadt werden Baukräne bestreikt
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Sie wollen in Belgien arbeiten und leben. Um das durchzusetzen, bestiegen einige illegale Einwanderer zwei Baukräne in der Brüsseler Innenstadt. So wollen sie auf sich aufmerksam machen.
Mehrere hungerstreikende Ausländer ohne gültige Papiere haben drei Baukräne in Brüssel besetzt. Damit setzt sich die Serie spektakulärer Aktionen fort, mit denen Einwanderer eine belgische Aufenthaltsgenehmigung erzwingen wollen. In der Nacht zum Montag hatten zunächst sieben Menschen - sechs Männer und eine Frau aus Marokko, Algerien und Ruanda - zwei Kräne in der Brüsseler Innenstadt besetzt. Später erklomm eine unbekannte Zahl von Besetzern auch einen dritten Kran auf der Baustelle, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga am Montag berichtete.
Die sieben bekannten Besetzer beteiligen sich seit 15 Tagen an einem Hungerstreik, mit dem 60 Ausländer eine Erlaubnis für Arbeit und Aufenthalt in Belgien fordern. Einige von ihnen drohten, sich von den Baukränen zu stürzen, falls die Polizei einschreite oder sie keine Aufenthaltsgenehmigung bekämen. Nach Angaben ihrer Unterstützer haben alle sieben zuvor zeitweise schwarz als Maurer, Heizer, Elektriker, Schneider, Maler, Bäcker oder Friseur gearbeitet.
Am Wochenende hatten drei andere Kranbesetzer, die ebenfalls gültige Papiere forderten, ihre Aktion aufgegeben. Auch eine Gruppe von 39 Hungerstreikenden, die seit zwei Jahren eine Kirche in Brüssel besetzt hält, nahm wieder Nahrung zu sich: Sie seien am Ende ihrer Kräfte und hätten wegen der politischen Sommerpause auch keine Ansprechpartner mehr, sagte ein Sprecher zur Begründung. Die belgische Regierung war am Freitag in die Ferien gegangen, ohne dass sich die Fünf-Parteien-Koalition wie geplant auf eine Regelung zum Umgang mit Ausländern ohne gültige Papiere geeinigt hätte. (dpa)