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Rede in Berlin : 

Obama-Happening mit netten Worten

24. Jul 2008 20:07, ergänzt 21:19
Obama auch in Berlin von den Massen umjubelt
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Vor über 200.000 Zuhörern ließ der designierte US-Präsidentschaftskandidat fast kein Thema aus- und fand viele freundliche Worte. Was er zu Afghanistan sagte, wird hierzulande eigentlich nicht gern gehört, ging aber im allgemeinen Jubel unter. Mit NZ-Video

Hier gehts zum NZ-Obama-Quiz>>> In der von mehr als 200.000 Menschen teils mit Jubel und Sprechchören verfolgten Rede vor der Siegessäule sagte der Senator aus Illinois am Donnerstagabend, die Gefahren in der Welt wüchsen schneller, als sie sich eindämmen ließen. «Deshalb dürfen wir uns nicht spalten lassen.»

Obama sprach 27 Minuten. Anders als die US-Präsidenten John F. Kennedy, Ronald Reagan und Bill Clinton verzichtete er darauf, einen Satz auf Deutsch zu sagen. Er erklärte, er spreche auch nicht als Kandidat, sondern als Bürger. Wahre Partnerschaft und Freundschaft bedeute aber lange und anhaltende Arbeit und Opfer.

Es bedürfe «Verbündeter, die einander zuhören, voneinander lernen und vor allem die einander trauen». «Deshalb darf Amerika sich nicht einigeln.» Es gebe auf beiden Seiten des Atlantiks Vorbehalte gegeneinander, sagte der demokratische Senator.

Stimmen zur Rede (1:30 min); Video: nz/tst/msc



Es gebe Meinungsverschiedenheiten. Er forderte: «Amerikaner und Europäer werden mehr tun müssen in diesem Jahrhundert.» Dies sei der einzige Weg zum Schutz der gemeinsamen Sicherheit und Fortentwicklung der Beziehung.

Deswegen könnten sich weder Amerika noch Europa isolieren. «Amerika hat keinen besseren Partner als Europa», sagte er. Er verwies auf den Mauerfall 1989. In Anspielung auf das transatlantische Verhältnis rief er aus, dass die Geschichte daran erinnere, «dass man Mauern einreißen kann».

«Die afghanische Bevölkerung benötigt Ihre Truppen»

102 Tage vor der Wahl in Amerika zählte der 46-Jährige eine Reihe von konkreten Zielen auf, die er als Präsident gemeinsam mit den Europäern bewältigen will. Er nannte dabei zuerst die Sicherheit in Afghanistan. «Amerika kann diese nicht alleine schaffen.» «Die afghanische Bevölkerung benötigt unsere Truppen und Ihre Truppen, unsere Hilfe und Ihre Hilfe zur Abwehr der (islamistischen) Taliban und der Terrorgruppe (El Kaida).» Eine konkrete Forderung an die Europäer, sich mehr in die direkten Kämpfe mit dem Taliban einzuschalten, erhob er nicht direkt.

Überraschend deutlich bekannte er sich zu dem Ziel «einer Welt ohne Nuklearwaffen». «Dies ist der Moment, an dem wir das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen erneuern müssen.» Er sprach sich auch für eine Zusammenarbeit mit Russland aus. Er bekannte sich dazu, dass die Verantwortung im Irak an die dortige Regierung zu übergeben und der Krieg dort bald zu beenden sei.

Einen deutlichen Akzent setzte er auch beim Thema Klimapolitik. «Dies ist der Moment, wo wir zusammen kommen müssen, um den Planeten zu retten.» Alle Nationen, einschließlich Amerika, müssten die gleiche Ernsthaftigkeit an den Tag legen wie Deutschland, um den Kohlendioxidausstoß zu verringern.

Botschaft an den Iran

Obama erklärte, die Welt müsse die Atomwaffenarsenale zurückfahren und ohne Nuklearwaffen auskommen. «Wir müssen den Frieden der Welt anstreben ohne Atomwaffen», sagte er. Europa und die USA müssten deswegen auch eine gemeinsame Botschaft an den Iran schicken, dass dieser seine Atompläne aufgebe.
Großen Wert legte Obama auf das Thema der Rettung Berlins durch die Luftbrücke 1948/1949. Vor 60 Jahren habe der Ostblock die Blockade Berlins beschlossen. Ihre Überwindung aber habe Amerikaner und Berliner zu Freunden gemacht.

Es sei dabei nicht um einen militärischen Sieg gegangen, sondern über einen Sieg gegen den Hunger mit Lebensmitteln und Bonbons. «Die größte und unwahrscheinlichste Rettungsaktion brachte den Menschen Hoffnung und Essen.» Obama sagte: «Die Menschen von Berlin haben die Flamme der Hoffung am brennen gehalten - sie gaben nicht auf.» Dies sei ein Signal der Partnerschaft für die ganze Welt geworden.

Zum Ende seiner Ansprache rief Obama dem Publikum zu: «Ihr Bürger Berlins, Ihr Bürger der Welt, das ist unser Zeitpunkt, das ist unser Moment, das ist unsere Zeit.» (AP/dpa)

 
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