«So solidarisch, so liebevoll»: 

netzeitung.deSandinisten ehren Honecker und feiern mit Margot

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Margot Honecker soll in Mangua mitfeiern (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Margot Honecker soll in Mangua mitfeiern
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Während auf den Straßen Nicaraguas Tausende gegen Einschränkungen der Demokratie protestierten, gab die Frau von Staatschef Ortega bekannt, einen wenig demokratischen deutschen Politiker posthum ehren zu wollen.

Margot Honecker (81), die in Chile lebende Witwe des früheren DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker, will an diesem Wochenende an einer Revolutions-Feier der Sandinisten in Nicaragua teilnehmen. Das teilte Rosario Murillo, Sprecherin und Ehefrau des nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega mit.

Neben Margot Honecker wurde unter anderem auch Aleyda March, die Witwe der argentinisch-kubanischen Revolutions-Ikone Ernesto «Che» Guevara zu den Feierlichkeiten anlässlich des 29. Jahrestages der sandinistischen Revolution eingeladen.

Nach den Angaben Murillos wird Margot Honecker der Orden «Rubén Dario» - benannt nach einem bekannten Dichter des Landes - für die Verdienste ihres Mannes um Nicaragua übergeben. Erich Honecker sei einer der Hauptverbündeten der ersten sandinistischen Regierung unter Ortega in den 1980er Jahren gewesen, sagte Murillo. «Er war so solidarisch, so besonders, so liebevoll zu dem freien Volk von Nicaragua.»

«Nein zur Schließung demokratischer Räume»
Im Vorfeld der Feierlichkeiten haben am Mittwoch rund 20.000 Menschen gegen Präsident Daniel Ortega demonstriert. Anlass der inzwischen zweiten Großdemonstration gegen Ortega war der Ausschluss zweier Oppositionsparteien von zukünftigen Wahlen. Auf vielen Transparenten waren Sätze zu lesen wie «Diktatur nein» und «Nein zur Schließung demokratischer Räume».

Die Entscheidung hatte die von Ortega beeinflusste Wahlbehörde vor gut einem Monat getroffen. Deutschland und 20 weitere Einwicklungshilfe-Geberländer hatten daraufhin in einer gemeinsamen Erklärung ihre Besorgnis über die Gefährdung der nicaraguanischen Demokratie geäußert.

Zahlreiche Demonstranten äußerten auch ihren Unmut über die massiv gestiegenen Lebensmittelpreise in Nicaragua. Dort sind die Preise für die Grundnahrungsmittel Reis und Bohnen seit letztem September um 40 Prozent gestiegen. Das Existenzminimum einer Familie beträgt in dem mittelamerikanischen Land laut offiziellen Statistiken derzeit 290 Euro. Der Mindestlohn in Nicaragua beträgt demgegenüber 165 Euro. (nz/dpa/epd)