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Politikwechsel in Washington: 

US-Diplomat spricht mit Schurkenstaat

16. Jul 2008 12:58
William Burns leitet einen Politikwechsel ein
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Es ist eine beachtliche Premiere: Seit 1979 hat es auf dieser Ebenen keinen Kontakt zwischen Washington und Teheran gegeben. Am Wochenende reist nun ein Staatssekretär zu Atomverhandlungen.

In Abkehr von ihrer bisherigen Iran-Politik entsenden die USA am Wochenende erstmals einen ranghohen Diplomaten zu internationalen Verhandlungen über das Teheraner Atomprogramm nach Genf. Staatssekretär William Burns werde zu dem an diesem Wochenende geplanten Treffen des EU-Außenbeauftragten Javier Solana mit dem iranischen Atomunterhändler Said Dschalili in die Schweiz reisen, berichteten am Mittwoch übereinstimmend mehrere US-Zeitungen. Das Treffen wäre der höchste diplomatische Kontakt zwischen den USA und Iran seit 1979.

Bei dem Gespräch soll es um das Verhandlungsangebot gehen, das die fünf UN-Vetomächte und Deutschland (5+1) Mitte Juni vorgelegt hatten. Dabei sollen dem Iran Anreize geboten werden, sein Atomprogramm einzustellen. Die Weltgemeinschaft fürchtet, dass der Iran unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie heimlich die Entwicklung von Nuklearwaffen verfolgt. Teheran weist diese Vorwürfe zurück.

Kontakte extrem selten

Offizielle Kontakte zwischen Teheran und Washington sind extrem selten. Obwohl die USA Teil einer Sechs-Staaten-Koalition sind, die den Iran von seinem Vorhaben abbringen wollen, Uran anzureichern, hat Washington bisher direkte Kontakte in der Angelegenheit abgelehnt.

Ein ranghoher Regierungsbeamte räumte ein, dass Burns' Teilnahme an den Genfer Gesprächen einen Politikwechsel bedeute. Er betonte zugleich, dass Burns nicht zu einem Vieraugengespräch mit Dschalili zusammentreffen und mit ihm verhandeln werde. Der Iran hat in Reaktion auf die jüngste, von der EU übermittelte Initiative signalisiert, dass er nicht die Absicht habe, auf die Urananreicherung zu verzichten

Iran signalisierte erneut Ablehnung

Erst am Dienstag hatte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärt: «Wir werden in den Gesprächen unseren eigenen Vorschlag betonen und in keinem Fall die Bedingung akzeptieren, (die Urananreicherung) auszusetzen.» In dem Verhandlungsangebot wird dem Iran für die Einstellung der Urananreicherung eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit und Unterstützung beim zivilen Atomprogramm in Aussicht gestellt.

1979 hatten revolutionstreue Studenten die US-Botschaft in Teheran besetzt. 52 Amerikaner wurden 444 Tage lang als Geiseln gehalten. (dpa/AP)

 
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