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Anschlag in Kabul: 

Entsetzen und Suche nach den Verantwortlichen

08. Jul 2008 12:32, ergänzt 15:30
Aufräumarbeiten in Kabul
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Es war der schlimmste Anschlag in Afghanistan seit langer Zeit und er traf wieder unschuldige Zivilisten. In die Beileidsbekundungen mischen sich erste Vermutungen zu den Drahtziehern.

Der verheerende Selbstmordanschlag in Kabul hat international Abscheu und Entsetzen hervorgerufen. Politiker verurteilten den Anschlag und sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus.

Der Weltsicherheitsrat und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon riefen die Weltgemeinschaft auf, den Terrorismus in Afghanistan zu bekämpfen. Nach wie vor werde das Land von Taliban, illegal bewaffneten Gruppen, Kriminellen und Drogenhändlern bedroht. Ban sagte, die Attentäter hätten unschuldige Zivilisten als Ziel genommen. Kein politisches Anliegen könne derartige Mittel rechtfertigen. Der Generalsekretär appellierte an die Verantwortlichen, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. In einer Erklärung von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hieß es: «Wir teilen die Trauer und Bestürzung des afghanischen Volkes und versichern auch der indischen Regierung unser Mitgefühl.»

Der indische Premierminister Manmohan Singh, der an dem G8-Gipfel in Japan teilnimmt, verurteilte den Anschlag und bot den Familien der Opfer seines Landes Hilfe an.

Taliban weisen Verantwortung zurück

Der afghanische Präsident Hamid Karsai sagte, die Bluttat sei von Extremisten ausgeführt worden, die die Freundschaft zwischen Afghanistan und Indien zerstören wollten.

Der Sprecher von Präsident Hamid Karsai, Humajun Hamidsada, erklärte am Dienstag, es gebe «genügend Beweise», dass der pakistanische Geheimdienst hinter dem Anschlag stecke. «Die Raffinesse des Anschlags, das Ziel, die verwendeten Materialien, alles trägt die Handschrift eines bestimmten Geheimdienstes, der schon ähnliche Anschläge in Afghanistan verübt hat», sagte Hamidsada. Er erwähnte Pakistan zwar nicht namentlich, erklärte auf Nachfrage, dass dies «offensichtlich» sei.

Pakistan dagegen hat jegliche Beteiligung an dem Selbstmordanschlag zurückgewiesen. Sein Land habe kein Interesse, den Nachbarstaat zu destabilisieren, sagte der pakistanische Premier Yousaf Raza Gilani am Dienstag auf einer Konferenz islamischer Staaten in Malaysia. «Wir möchten Stabilität in der Region», betonte Gilani. Auch die Taliban wiesen jede Verantwortung für den Anschlag zurück.

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer nannte den Anschlag einen Versuch, die Beziehungen zwischen den Ländern in der Region zu unterminieren. Die Nato werde sich weiterhin für Sicherheit und Stabilität in Afghanistan einsetzen.

Beim blutigsten Anschlag in Kabul seit dem Sturz der Taliban 2001 sind am Montag mindestens 44 Menschen in den Tod gerissen worden. Mehr als 140 weitere wurden verletzt. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich mit einem Auto vor der indischen Botschaft im Zentrum Kabuls in die Luft. (nz/dpa/AP)

 
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