02.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Black Hawk Hubschrauber in der Luft
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Extremisten haben bei Kabul einen US-Hubschrauber abgeschossen - ein Zeichen für die zunehmenden Kämpfe in der Region. Der Nato-Oberbefehlshaber Craddock forderte erneut mehr Engagement von den Europäern.
Ein Hubschrauber der US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan ist am Mittwoch südlich von Kabul abgeschossen worden. Die Piloten konnten mit dem Helikopter noch landen und alle Insassen ins Freie bringen, bevor er in Flammen aufging, wie die Koalition mitteilte.
Polizeiangaben zufolge schossen Extremisten mit einer Panzerfaust auf den Hubschrauber. Ein weiterer Hubschrauber flog später zum Ort des Angriffs und zerstörte den Helikopter vom Typ «UH-60 Black Hawk», offenbar um zu vermeiden, dass Technologie oder Munition Kämpfern der Taliban in die Hände fallen könnte.
41 Prozent mehr ZusammenstößeNahezu zeitgleich forderte der Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte für Europa, General John Craddock, einen stärkeren Einsatz in Afghanistan. Zur Unterstützung der Soldaten dort würden mehr Hubschrauber, Überwachungsflugzeuge und Drohnen gebraucht. Außerdem müssten beteiligte Staaten an der Nato-Mission die Beschränkungen für den Einsatz ihrer Soldaten in Afghanistan reduzieren oder ganz fallenlassen.
Craddock wies darauf hin, dass sich die Kämpfe zwischen radikalislamischen Taliban und Nato-Soldaten in Afghanistan deutlich verstärkt haben. Die Zahl der Zusammenstöße habe sich seit dem Frühjahr um 41 Prozent erhöht, sagte der Nato-Oberbefehlshaber am Rande einer Sicherheitskonferenz bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).
Die meisten Opfer sind US-SoldatenWie bereits im Mai wurden auch im Juni in Afghanistan mehr ausländische Soldaten getötet als im Irak. Nach Zählung des Internetdienstes icasualties.org kamen im Juni in Afghanistan 45 ausländische Soldaten bei Kämpfen, Anschlägen und Unfällen ums Leben, im Mai waren es 31 gewesen. Im Irak zählte icasualties.org im Juni 30 tote Soldaten (Mai: 21).
In beiden Ländern gab es die meisten Opfer unter den US-Truppen. Damit stieg die Zahl der getöteten ausländischen Soldaten in Afghanistan im vergangenen Monat auf das bislang höchste Niveau seit dem Sturz der Taliban Ende 2001.
Entscheidend für Erfolge in Afghanistan sei allerdings nicht ein militärischer Sieg, sagte Craddock. Vielmehr müssten Entwicklung und Regierungsführung des Landes im Mittelpunkt stehen.
An der Isaf in Afghanistan sind derzeit rund 52.700 Soldaten aus 40 Staaten beteiligt. Zudem sind etwa 13.000 US-geführte Koalitionstruppen im Land. (nz/AP/dpa)