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Chávez appeliert an Farc: 

Hoffnung für verschleppte Betancourt

09. Jun 2008 09:09
Ingrid Betancourt ist die bekannteste Geisel der Farc
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Noch haben die Farc-Kämpfer mehrere hundert Menschen in ihrer Gewalt. Venezuelas Präsident ruft nun zum Ende des Guerillakampfes auf und hält den Aufständischen vor, dem «Imperium» in die Hände zu spielen.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat die kolumbianische Farc-Guerilla zur Freilassung sämtlicher Geiseln und zum Start in einen Friedensprozess aufgefordert. Eine bewaffnete Guerillabewegung in Lateinamerika sei nicht mehr zeitgemäß, sagte Chávez am Sonntag (Ortszeit) in seiner Fernsehdendung «Aló, Presidente». Mit ihrer Politik lieferten die Farc (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) den USA einen Vorwand, gegen Venezuela vorzugehen.

«Wir sehnen uns danach, dass der interne Krieg in Kolumbien zu Ende geht», sagte Chávez. Wenn die Geiseln frei seien, könne ein Friedensprozess in Gang kommen, wobei ähnlich wie im Zentralamerika der 80er Jahre die internationale Gemeinschaft zu einem Gelingen beitragen werde.

Zeit für Frieden

Den Aufständischen hielt Chávez vor, den USA in die Hände zu spielen. «Ihr seid der perfekte Vorwand für das Imperium, um uns alle (in Lateinamerika) zu bedrohen», sagte Chávez. Sobald in Kolumbien Frieden geschlossen werde, sei es damit vorbei.

Kolumbiens Justiz- und Innenminister Carlos Holguin begrüßte die Worte des venezolanischen Präsidenten, den er als «Verbündeten» der Farc bezeichnete. Die Guerillagruppe hat mehr als 700 Menschen in ihrer Gewalt. Bislang wollte sie im Austausch gegen 500 inhaftierte Rebellen Soldaten, Polizisten und Politiker freilassen, darunter die ehemaligen Senatorin Ingrid Betancourt.

Nur wenige Geiseln bislang frei

Der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe hatte im vergangenen November einen Vermittlungsauftrag an Chávez zurückgezogen. Dennoch hatten die Farc zu Jahresbeginn sechs Geiseln freigelassen. Nachdem Kolumbien im März ein Guerilla-Camp in Ecuador angegriffen hatte, will Chávez den direkten Kontakt zu den Rebellen verloren haben.

Nach Angaben der kolumbianischen Regierung verfügen die Farc nur noch über etwa 8.000 Kämpfer, etwa die Hälfte ihrer früheren Stärke. In Kolumbien dauert der Bürgerkrieg zwischen Armee, rechtsextremen Milizen und linksgerichteten Guerillagruppen seit mehr als 40 Jahren an. (epd)

 
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