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Welternährungsgipfel beendet: 

«Das wird keine Teller füllen»

05. Jun 2008 18:25
Sein Aktionsplan ist unbeliebt: Ban Ki Moon.
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Die UN-Konferenz zur Welternährung hat kaum greifbare Ergebnisse gebracht. Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul ist unzufrieden, Hilfsorganisationen stempeln die wenigen Beschlüsse als Lippenbekenntnisse ab.

Zum Ende der UN-Welternährungskonferenz in Rom haben die Bundesregierung und Entwicklungsorganisationen eine kritische Bilanz gezogen. Die Beschlüsse zur Nahrungsmittelkrise lösten das Problem des weltweiten Hungers nicht, sagten Regierungsunabhängige Teilnehmer der Konferenz am Donnerstag.

Scharfe Kritik kam von der deutschen Welthungerhilfe: «Es fehlen klare und mutige Entscheidungen für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern», sagte der Ernährungsexperte der Organisation, Rafaël Schneider. Stattdessen bestünden konkrete Aktionen zur Hungerbekämpfung hauptsächlich in Sofortmaßnahmen.

Keine Beschlüsse für Landwirte

Er kritisierte, «dass der Gipfel ohne verbindliche Vereinbarung zur Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume» zu Ende gehe. So setze der bisherige Aktionsplan der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) vor allem auf die Verbilligung von Saatgut und Düngemittel, der die Kleinbauern in eine zusätzliche Abhängigkeit bringe, sagte Schneider weiter.

Langfristige Maßnahmen wie die Weiterbildung der Bauern, Gesundheit und Infrastruktur seien erneut nicht als Schwerpunktthemen genannt. Außerdem fehle ein verbindlicher Zeitplan. Maryam Rahmanian von der iranischen Hilfsorganisation Cenesta sagte zum Gipfel: «Diese Schlusserklärung wird keine Teller füllen.»

Millionenhilfen für steigende Nahrungsmittelpreise

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hatte den 75 Millionen Hungernden am Mittwoch Millionenhilfen zum Ausgleich der steigenden Nahrungsmittelpreise in Aussicht gestellt. Auf eine langfristige Strategie konnten sich die Teilnehmer der Konferenz aber nicht verständigen.

Vertreter der mehr als 180 Teilnehmerstaaten verhandelten am Donnerstagnachmittag weiter über eine gemeinsame Abschlusserklärung. Nach Einschätzung von Diplomaten war offen, ob ein Konsens erreicht werden kann. Streit gab es insbesondere über die Nutzung von Mais, Zuckerrohr und anderen Agrargütern für die Produktion von Biosprit. Zu den Konfliktpunkten gehörte auch die Forderung, dass Lebensmittel nicht als Instrument für politischen und wirtschaftlichen Druck benutzt werden dürften.

USA und Argentinien stellen sich quer

Die USA drängten auf eine Streichung der Passage, da sie als Verurteilung des US-Embargos gegen Kuba interpretiert werden kann. Kuba beharrte darauf. Argentinien sträubte sich außerdem gegen einen Passus, der als Kritik an seiner Agrarpreispolitik gedeutet werden konnte. Venezuela forderte einen Hinweis auf den Klimawandel in der Schlusserklärung.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) begrüßte den von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vorgelegten Aktionsplan zur Ernährungskrise. «Es ist wichtig, dass der Welternährungsgipfel stattgefunden hat», erklärte sie, forderte aber auch stärkere Anstrengungen gegen den Hunger. Armut und eine ungerechte Verteilung seien die Kernprobleme: «Die Weltgemeinschaft muss der globalen Nahrungsmittelkrise dauerhaft höchste Aufmerksamkeit schenken.»

«Kein sicheres Rezept»

Für die Hilfsorganisationen Brot für die Welt, Evangelischer Entwicklungsdienst und FIAN blieben die Ergebnisse der Konferenz weit hinter den Erfordernissen zurück. «Der Aktionsplan, den Ban Ki-Moon vorschlägt, ist alles, nur kein sicheres Rezept gegen den Hunger», kritisierte Armin Paasch von FIAN. Das ursprüngliche Ziel der Konferenz, Klimawandel und Agrarkraftstoffe in ihrer Auswirkung auf die Welternährung anzugehen, sei an der Uneinigkeit der Staaten gescheitert, hieß es weiter.

Beim dreitägigen Gipfel der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) waren in Rom 40 Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche Vertreter aus den 191 Mitgliedsstaaten der FAO zusammengekommen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte angesichts der explodierenden Lebensmittelpreise zu dem Treffen geladen. (dpa/epd/AP)

 
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